Zentralbanken erhöhen Goldreserven um 25 % – Russland größter Goldkäufer

Der Branchenführer World Gold Council hat die Trends zum Goldangebot und zur Goldnachfrage im dritten Quartal veröffentlicht. Der Goldhunger wächst – speziell von drei östlichen Zentralbanken.

Die Zentralbanken haben ihre Goldreserven im dritten Quartal 2017 um 111 Tonnen aufgestockt. Das sind 25 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Ingesamt wurden in diesem Jahr bisher 289,6 Tonnen zu den globalen Reserven der nationalen Zentralbanken hinzugefügt. Den Großteil machen dabei drei Staaten gen Osten aus – Russland, Kasachstan und die Türkei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Goldreserven wachsen stetig

Russland ist seit Jahren der (offiziell) mit Abstand größte Goldeinkäufer weltweit. Seit 2007 haben sich die russischen Goldbestände vervierfacht. Auch der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven steigert sich kontinuierlich. Der Anteil von Gold liegt bei den russischen Währungs- und Goldreserven mit 17 Prozent auf dem höchsten Stand in der 17jährigen Ära Wladimir Putins an der Macht.

Im drittel Quartal erhöhten sich die russischen Goldreserven um 63 Tonnen auf 1.778,9 Tonnen (17 Prozent der gesamten Reserven). Auf das Jahr gerechnet erhöhte die russische Zentralbank ihren Goldbestand um 164 Tonnen. Das sind jetzt schon 35 Tonnen mehr als im gleichen Zeitraum 2016. Russland wird aller Wahrscheinlichkeit nach zum dritten Mal in Folge die Grenze von 200 Tonnen Gold erreichen. Im zweiten Quartal lag der russische Anteil der global gestiegenen Goldreserven schon bei 38 Prozent – nun sind es bereits 57 %.

Auch die Türkei kauft ein

Auch die Türkei füllt seinen Goldbestand seit Monaten auf. Unabhängig der politischen Unruhen und der Aufforderung an die Bevölkerung, die ihr Gold an den Staat verkaufen soll, möchte die Türkei die Drehscheibe im vorderasiatischen Goldhandel sein. Im drittel Quartal kaufte es 30,4 Tonnen. Die türkischen Goldreserven liegen nun bei 495,6 Tonnen. Im April waren es noch 413 Tonnen. Nachdem man dieses Jahr bereits Taiwan überholte, dürfte es nicht mehr lange dauern bis man auch die Reserven der Europäischen Zentralbank (504,8 Tonnen) eingeholt hat.

Kasachstans Zentralbank nimmt den dritten Platz der größten Goldeinkäufer im dritten Quartal ein. Um 10,3 Tonnen wurden die Reserven erhöht. In den letzten fünf Jahren wurden der Goldbestand um 185,3 Tonnen aufgestockt. Mit insgesamt 289,3 (36,7 % aller Reserven) liegen Kasachstans Goldreserven auf Platz 18.

Weitere Zentralbanken, die ihre Goldreserven im drittel Quartal erhöhten, waren Katar (3,1 t), Kirgistan (1,3 t), Indonesien (1,2 t) und die Mongolei (0,4 t). Diese Erhöhungen sind zwar im Vergleich zu den oben genannten Steigerungen gering, zeigen aber das steigende Interesse der Schwellenländer, ihre Reserven zu diversifizieren, so das WGC.

Die Nettominderungen der Goldreserven blieben im dritten Quartal begrenzt. In Deutschland wurden für das Münzprägeprogramm 0,4 Tonnen abgesetzt. In Tadschikistan (-1,3 t) und Malaysia (-0,6 t) gab es ebenfalls leichte Rückgänge.

(Titelbild: Bundesbank.de)

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