Zahngold – wie wertvoll ist es? Lässt sich sein Wert einfach feststellen?

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Zahngold – wie wertvoll ist es wirklich?

Diese Frage stellt man sich spätestens dann, wenn man von seinem Zahnarzt eine alte Krone erhält, die ausgewechselt werden musste. Lässt sich diese Frage seriös beantworten, ohne den Fragesteller vorher mit Fachwissen zu überstopfen? Leider nein. Es gibt keine einfachen Antworten auf komplizierte Fragen. Lassen Sie mich kurz beschreiben, warum Zahngold so ein schwieriges Thema ist und nicht in Laienhände gehört. (Zahngold – wie wertvoll, siehe Themenseite Zahngold)>

Was mache ich damit? Wer bewertet das Objekt ehrlich? Was macht den Wert von Zahngold aus?

Es sind im Wesentlichen die darin enthaltenen Edelmetalle wie Gold, Platin, Palladium und Silber, die recycelt werden können und dann einen Verkaufswert darstellen. Das Dumme ist nur, daß es weltweit mehr als 1000 Legierungstypen mit ähnlichen, aber auch grundverschiedenen Inhalten gibt. (Zahngold – wie wertvoll, siehe Themenseite Zahngold)

Haben alle Zahnlegierungen Edelmetallanteile, deren Verwertung sich lohnt?

Leider nein. Der technologische Fortschritt der letzten 50 Jahre hat auch vor den Zahnersatzmaterialien nicht Halt gemacht. Es gibt heute sehr viele metallische Materialien für die Kronen- und Brückentechnik, die vollkommen ohne Edelmetalle auskommen.

Warum gibt es derart viele verschiedene Legierungen, benötigt man so viele?

Kurz gesagt, sie sind eine Folge des Kostendrucks und der Suche nach Marktlücken. Als Anfang der 70er Jahre die Riege der SPD-Sozialpolitiker mit Ehrenberg begannen, das Blaue vom Himmel zu versprechen, erstatteten die Kraken-Kassen als Heilsbringer ausser der ärztlichen Heilbehandlung auch noch hundert Prozent der Edelmetall- und Laborkosten der jeweils besten und teuersten Gold-Platinlegierungen.

Es entstand ein unglaublicher Boom bei zahnärztlichen Versorgungsleistungen. Es war ungefähr so als würde Frau Merkel heute jedem Bürger kostenlos ein Auto versprechen. Die zahnärztlichen Berufsstände sagten damals voraus, daß es angewandter Wahnsinn sei, Gold und Platin vom Himmel regnen zu lassen. Die Politik wusste es besser und steuert seitdem das ehemals gut funktionierende Gesundheitssystem geradewegs in ein marodierendes Budgetierungssystem. Durch immer neue Kostenbrems-Fallschirme wurde mittlerweile nicht nur der ärztliche Bereich alter Qualität zerstört (besorgen Sie sich einen Termin beim Orthopäden). Inzwischen ist auch das Krankenhauswesen so „optimiert“, daß es viele Kollegen heute bereits aufgrund fehlender Mittel als Hygienefalle und Indikationsbastelstube ansehen.

Der sich fortsetzenden politischen Heilsbringerei unter Norbert Blüm (die Rente ist sicher), Ulla Schmidt, Seehofer und wie sie nicht alle hiessen, und dem daraus folgendem Sparzwang, folgten ab den 80er Jahren auch im Bereich der Zahnersatzleistungen billigere Metalle. Erst entstanden im Edelmetallbereich die billigeren Spargolde. Sie enthielten nur noch ca. 50% an Gold, neben Palladium, Silber und weiteren Nichtedelmetallen. Dann die Palladium-Basis Legierungen, die hauptsächlich aus dem billigen Palladium, neben weiteren geringen Beimengungen anderer Edelmetalle hergestellt wurden. Aber es ging noch billiger im Edelmetallbereich. Silber-Palladium Legierungen, sog. „Palliag“ war in der Produktion so billig wie die Nichtedelmetalllegierungen, die ohne jegliches Edelmetall auskamen, die sog. NEM- Legierungen. Sie bestehen aus Kobalt, Chrom, Molybdän, einer Legierung mit ähnlichen Eigenschaften wie Edelstahl. Aber auch Titan wurde und wird eingesetzt, welches ein Metall ohne Recyclingwert ist.

Mit all diesen Metallen haben wir es heute zu tun, wenn wir Dentallegierungen erhalten.

Im Rahmen der aufkommenden CAD-CAM Technologie verzichtete man dann, wo es ging, nahezu vollständig auf Metallanteile. Heute kommen häufig vollkeramische Restaurationstechniken zum Einsatz, allerdings mit teils langfristig fragwürdigen Ergebnissen und Nebenwirkungen durch spezielle Befestigungsmaterialien. Diese sind aber nur eine indirekte Folge des Sparzwangs, weil sie als honorargenerierende Einnahme gern als Mehrkostenleistung angeboten werden und man so den defizitären gesetzlichen Leistungskatalog zumindest teilweise verlassen kann.
Natürlich gibt es aber auch weiterhin, vor allem im privaten Bereich der anspruchsvollen Zusatzleistungen, noch den Einsatz hochwertiger Edelmetalllegierungen.

Weil alle diese Dentallegierungen zu den im Menschen implantierten Medizinprodukten gehören, müssen sie auch so ausgelegt sein, daß sie im Biotop Mundhöhle nicht durch einwirkende Säuren, Hitze und Kälte ihre Beschaffenheit verändern. Sie sind säure-und temperaturstabil. Ein Grund warum auch Goldaufkäufer ohne industrielle Aufarbeitungs- und Analysetechniken die Finger davon lassen sollten.  (Zahngold – wie wertvoll, siehe Themenseite Zahngold)

Empfehlung:

Dentallegierungen sollten ausschliesslich von Fachbetrieben, wie z.B. der Norddeutschen Edelmetall Scheideanstalt GmbH, einem bis 2013 zertifizierten Hersteller von Dentallegierungen, sach- und fachgerecht beurteilt werden. Diese Dentalmetalle gehören in qualifizierte Hände. Nicht in die Hände von Goldaufkäufern.

Dr.M.Kruse,  NES Group

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