Verlagerung beendet: Bundesbank lagert über 50% der Goldreserven

Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung ihrer im Ausland gehaltenen Goldreserven rund drei Jahre früher abgeschlossen als einst geplant. „Die vorzeitige Umsetzung ist aus meiner Sicht ein voller Erfolg“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele auf der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt.  Die Bundesbank ließ offiziell verlauten:

Nachdem bereits im Jahr 2016 die Verlagerung von Goldreserven aus New York vorzeitig vollzogen werden konnte, sind in diesem Jahr die noch verbliebenen rund 91 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt verbracht worden. Somit befindet sich kein Gold mehr in Paris. „Das gesamte Lagerstellenkonzept wurde damit insgesamt rund drei Jahre vor dem geplanten Termin abgeschlossen“, sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, mit Verweis auf das 2013 vorgestellte Lagerstellenkonzept. Dieses sah vor, dass die Bundesbank ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren in Frankfurt am Main lagert. Dazu wurden schrittweise rund 300 Tonnen Gold aus New York und rund 374 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt am Main verlagert.

Öffentlichem Druck nachgegeben

2013 hatte die Bundesbank bekannt gegeben, zukünftig mindestens die Hälfte der nationalen Goldreserven in Deutschland zu lagern. Zuvor beugte sich die Bundesbank dem öffentlichen Druck, dass zu wenig der derzeit 3387 Tonnen nicht in inländischen Tresoren bunkert. Aber auch an der Menge und tatsächlichen Echtheit der im Ausland gelagerten Goldbarren wurde gezweifelt.

Nun sollen 1.710 Tonnen (50,7 Prozent), entsprechend 136.600 Barren, der deutschen Goldreserven in Deutschland sein und bleiben. In New York werden weiterhin 1236 Tonnen (36,6 Prozent) der deutschen Goldbestände gelagert. In London werden 432 Tonnen aufbewahrt. Begründet werden die Außenlager mit dem schnellen Austausch von Gold gegen Dollar im akuten Krisenfall sowie der immensen Bedeutung Londons als zentraler Goldhandelsplatz.

Goldreserven aus Frankreich komplett umgelagert

Komplett umgelagert wurden bereits zuvor die Bestände aus Frankreich. Das Golddepot der Bundesbank bei der Banque de France existierte seit 1952. 91 Tonnen wurden nach Deutschland geholt und auf Gewicht und Echtheit überprüft. „Es gab keine Beanstandungen“, so Thiele.

Insgesamt wurden 674 t Gold wurden von New York und Paris verlagert. Das entspricht 53.780 Barren. 55 Tonnen oder 4.402 Barren aus New York wurden umgeschmolzen und einer exakte Echtheits- und vor allem Feingehaltsprüfung unterzogen.

Die Kosten der Verlagerung und Schmelzung belaufen sich laut Bundesbank auf insgesamt 7,7 Millionen Euro. Der gesamte Goldbestand der Bundesbank von rund 270.000 Barren hat einen Wert von aktuell 120 Milliarden Euro.

Lagerbestand in Prozent
Lagerstelle 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Frankfurt 31 32 35 41 48 51
New York 45 45 43 40 36 36
London 13 13 13 13 13 13
Paris 11 10 9 6 3 0
Verlagerungen in Tonnen
Route 2013 2014 2015 2016 2017 Gesamt
NY-FFM 5 85 99 111 0 300
Paris-FMM 32 35 111 105 91 374

Quelle: Bundesbank

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