Altgoldankauf zum Boersenpreis – ein nicht erfüllbarer Wunsch

Aktueller Goldpreis Historische Preisentwicklung

Altgoldankauf zum Boersenpreis

Lesen Sie hier, wie sich tatsächlich die Preise im Geschäft mit Altgold, Zahngold und Münzen verhalten und weshalb es so große Unsicherheiten beim Verkauf von Altgold an den Goldankauf gibt.

Der berühmte „Börsenpreis“ als Feingold-Preis: Es gibt ihn praktisch nicht, er wird nicht gezahlt, jedenfalls nicht in der Regel. Warum nicht?
Kein Goldhändler oder Goldaufkäufer kann ihn selbst erhalten.

Ein „fester Preis“, nach dem sich  Kunden richten könnten, wenn es ihn denn gäbe, könnte vielleicht dem Börsenpreis entsprechen. Nur arbeiten Börsenhändler bekanntermaßen leider nicht ohne Handelsgebühren. Und nicht nur das – die Gestaltung veröffentlichter Goldpreise ist eine wesentlich kompliziertere Sache. Hier haben nur ganz wenige und nur bestimmte Marktteilnehmer Zugriff.

Altgoldankauf zum Boersenpreis welcher Goldbesitzer möchte das nicht.

Gold wird zwar an der Rohstoff-Börse gehandelt und für Interessierte ist daher der Londoner Fixing Preis, der sich 2x am Tag ändert, das Maß der Dinge.  Aber auch hier gilt:

Tatsächlich erhalten können diesen Preis aber nur wenige Institutionen:  Staaten,  Großbanken, sehr große Unternehmen, die Tonnen an Gold handeln. Ferner gibt es weiterhin verschiedene Rohstoff-Börsen, an denen sich der Goldpreis bildet. Dort werden ausschließlich Handelsgrößen von mehr als 2000 Feinunzen pro Geschäft (62,2kg) berücksichtigt.

Außerdem gibt es 2 Preise: den Ankaufspreis und den Verkaufspreis – für das selbe Gold, versteht sich. Soviel zum sogenannten Spot-Preis, dem Spread und der Zugriffsmöglichkeit zu den in Zeitungen und Börsentickern veröffentlichten Börsenpreisen für Gold.

Der Goldpreis der Börse ist daher nur mittelbar relevant für Privatmenschen, die Goldschmuck beim Goldankauf anbieten und zum besten Goldpreis verkaufen möchten. Man kann sich aber zumindest die schönen Kurvenverläufe über die Zeit ansehen und davon ausgehen, dass sich auch der Altgold-Preis in Abhängigkeit von diesen Preisen verändert. Aber den tatsächlich ausgewiesenen Börsen-Preis für verkaufte oder gekaufte Metalle können Kunden nicht erziehlen.

Zwischengeschaltet bleiben stets Institutionen, Börsenhändler,  Scheideanstalten und letzlich auch die Kleinhändler und Goldaufkäufer. Je weiter sich der Kunde der Handelsperipherie nähert, desto stärker wirken die Margenabzüge.

Wofür gilt der aktuelle Goldpreis dann überhaupt?

Für Grosshändler, die sehr grosse Mengen an Gold handeln. Dies sind die oben benannten institutionellen Händler.  Die Handelspreise gelten auch für sie nur für  handelsfähige Goldbarren oder Goldmünzen!

Die in Deutschland gebräuchlichen Goldbarren sind fast hauptsächlich vom Großkonzern Umicore und von der Heraeus – die beiden Unternehmen, die in Deutschland handelsfähige Feingold-Barren herstellen dürfen.

Die alte „Degussa“ ist heute nur noch eine Hülle. Der Name „Degussa“ wurde verkauft und heute steht der Name für einen Goldhändler wie viele andere, der seine Barren von fremden Herstellern prägen lässt, da er die Herstelllizenz nicht hat.

Die produzierende Edelmetallindustrie der ehemaligen Degussa gehört heutzutage zum belgischen Konzern Umicore.

Aber auch kleinere deutsche oder unbekanntere ausländische Erzeuger dürfen Edelmetallbarren erzeugen und verkaufen.

Gleich wie die Goldbarren werden die sogenannten Bullion-Goldmünzen gehandlt. „Bullion“ bedeutet, daß diese Stücke genauso wie Barren fungieren.
Hierzu gehören z.B.

  • der kanadische Maple Leaf, an seinem Ahorn-Blatt zu erkennen
  • der australische Nugget, mit einem Känguruh auf einer Seite und Queen Elisabeth II. auf der anderen
  • der Krügerrand (91,6% oder 22K Gold), mit einem Springbock auf der Seite
  • der Philharmoniker aus Österreich, die beliebteste Anlagemünze in Europa
  • der American Eagle (91,6% oder 22K) aus den USA, mit dem Adler als Wappentier und der Lady Liberty auf der anderen Seite
  • der chinesische Panda, mit dem Bambusliebhaber als Münzmotiv

(unvollständige Liste)

Wieso bekommt der Privatkunde aber dann bei seiner Bank nicht den Börsenpreis ?

Hier greifen ebenfalls die Handelsmargen der Banken. Die meisten Hausbanken nehmen Gold gar nicht an, oder nehmen es an, müssen es andernorts prüfen lassen und verkaufen es dann weiter: mit dem Effekt, dass nicht der aktuelle Goldpreis gezahlt wird, sondern der Goldpreis abzüglich der Inzahlungnahme-Gebühren, wenn die Bank das Goldstück an die Landesbank weitergegeben hat – das kann durchaus 14 Tage weiter in der Zukunft liegen. Jeder Edelmetallhändler oder jede Bank nimmt Feingold nur herein, wenn etwas verdient werden kann. Als Kunde spüren Sie dies am niedrigeren Ankaufspreis. Bei Feingold liegt dieser Anteil je nach Umsatz- bzw. Barrengröße bei 1-3% – immerhin genauso wenig oder sogar weniger als bei Rückkäufen von z.B. Fondsanteilen oder anderen Geldanlageprodukten.

Auch in der Scheideanstalt kann man Pech mit seinem Feingold haben: Wenn nämlich das Feingold-Stück, das man anbietet, z.B. durch Gewichtsfehler, Beprobungsschäden oder Formschäden nicht mehr handelsfähig ist und weiteren Käufern nicht mehr angeboten werden kann. Dann muss es geschmolzen und wieder in handelsfähigen Zustand gebracht werden. Dann wird der Schmelzgold-Preis zugrundegelegt.

Handelsfähig oder nicht?

Nicht nur die Herkunft wird bewertet. Der Zustand einer Münze oder eines Barrens ist ebenfalls von Bedeutung: Münzen, die eingefasst als Schmuckstück getragen wurden, sind generell nicht mehr handelsfähig! Schon kleinste Abdrücke am Münzrand oder in der Platte führen zu einer Abwertung. Beim Barren ist es u.a. bedeutungsvoll, ob nachträgliche Gravuren angebracht wurden: Ein Namenszug oder Geburtsdatum vollzieht hier ebenfalls den Wandel von Anlage-Gold zum Scheidgut. Hier ist die eigene Umsicht gefragt: Könnte man das Goldstück problemlos dem nächsten Kunden verkaufen?

Deshalb gilt:

  • Für die Geldanlage immer nur handelbare Goldbarren oder Silberbarren verwenden
  • Die angebrachten Punzierungen und Stempel nicht manipulieren
  • Die Barren oder Münzen nicht auspacken, sondern möglichst in Folie oder Kapsel belassen

Altgoldankauf zum Boersenpreis – Welcher Goldpreis wird für Altgold bezahlt?

Und was ist nun mit Schmuckgold oder Zahngold? Diese sind immer Scheidgut: sie bestehen nicht aus Feingold, sondern sind Goldlegierungen mit verschiedenen anderen Metallen. Solches Altgold muss immer kostenintensiv aufgearbeitet werden. Daher gilt der “Feingold-Preis” in diesem Sinne gar nicht, sondern es wird ein Preis angesetzt, der entweder Scheidkosten und Risiko-Abschläge beinhaltet oder bereits mit diesen Abschlägen auf die vermuteten Feingehalte an Gold heruntergerechnet wurde. Also wird für 333er, 585er und 750er Gold ein jeweils reduzierter Preis genannt, für Zahngold werden oft pauschal 30-60% Goldgehalt angenommen. (Stets ein grober und unzulässiger Fehler)

Der beste Goldpreis für den Privatkunden entsteht durch 2 Punkte:

  • eine korrekte Bewertung des Materials beim Verkauf  (ohne Falschbeurteilungen, ohne Messfehler)
  • ein hoher Goldankaufspreis mit geringen Abzügen vom Börsenpreis

Dafür kommen eigentlich nur Scheideanstalten in Frage. Meist werden beim Goldankauf z.B. Zahngold und Schmuck aus Goldschmiedearbeiten falsch, also zu Ungunsten des Privatkunden bewertet. Diese Gold-Materialien können nämlich nicht mit den einfachen Säureprüfungen untersucht werden.

Mit solchem Gold, also aus Altgold, Schmuckgold, Zahngold, Bruchgold, etc. – ist man als Privatmensch daher wieder am besten in einer Scheideanstalt wie der NES aufgehoben. Dort erzielt man dann einen korrekten Marktpreis für seine Edelmetalle, der dem aktuellen Wert entspricht, aber man muss sich diesen nicht noch mit einem Goldankäufer teilen. Und man genießt die Sicherheit der richtigen Bewertung seiner Edelmetalle.

In einer Scheideanstalt wird präzise nach dem ermittelten Feingehalt an Gold abrechnet und nicht nach Stempel-Untersuchung und/oder Säureprüfung. Diese ungenauen Messmethoden langen einer Scheideanstalt nicht aus und daher wird jeder geschmolzene Ankauf von Kunden gesondert mit industrieller Messmethodik untersucht. Wer einen solchen Ankaufsweg wählt, vermeidet damit eine Menge Unsicherheiten und Betrugsmöglichkeiten beim Goldankauf.

Der Altgoldankauf zum Boersenpreis ist also ein nicht erfüllbarer Wunsch. Händlern oder Ankäufern die dies vorspiegeln, sollte man sich nur vorsichtig nähern.