Noch für 2017 hat China Terminkontrakte für Öl angekündigt. Die Öl-Futures sollen in Yuan bezahlt und in Gold getauscht werden können. Doch damit sieht sich China nicht am Ende ihrer Ziele. Chinesische Goldkonzerne sollen weltweit neue Goldvorkommen übernehmen und den Yuan weiter internationalisieren.

Öl-Futures als Grundlage für Petro-Yuan

Wie Japans Nachrichtenmagazin Nikkei vor einigen Wochen berichtete, plant die chinesische Regierung demnächst die Einführung von Terminkontrakten für Rohöl. Die Öl-Futures werden in Yuan angeboten und können an den Börsen in Schanghai und Hongkong in Gold getauscht werden. Bisher wurden solche Terminkontrakte von amerikanischen Firmen natürlich in US-Dollar angeboten und der Rohölpreis in New York gehandelt. Mit der erstmaligen Einführung von eigenen Terminkontrakten bezüglich Rohöl öffnet sich China gänzlich für ausländische Investmentsfonds und sagt dem Petrodollar inoffiziell den Kampf an.

China strebt schon seit langer Zeit an, die Dominanz des (Petro-)Dollars zu brechen. Seit 2016 dominieren an der Börse in Schanghai in Yuan ausgestellte Gold-Futures. Diese sollen, so der Plan der chinesischen Börse, schon bald auch an der Börse in Budapest angeboten werden. In Zukunft sollen neben den Öl-Futures auch Gold-Futures der breiten Masse zugänglich sein und allen Investoren die Möglichkeit bieten, in physischem Gold bezahlt zu werden.

Der US-Dollar wird bei den neuen Öl-Geschäften ebenso umgangen, wie die verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland und den Iran, die schon lange als erste ausländische Profiteure eines goldgedeckten Yuan gelten. Ein neuer Öl-Standard steht in den Startlöchern. Auch als Türöffner für einen neuen Goldstandard?

Die neue Seidenstraße hilft mit

Mit „One Road, One Belt“  (neue Seidenstraße) ist China mit vielen Ländern Partnerschaften eingegangen. Auch im Geschäft mit Öl. Mit Russland hat man gerade den Grundstein für ein neues Zahlungsmittel im Ölhandel gelegt, das sich am Vorbild des Ölgeschäfts zwischen Indien und dem Iran orientiert. Aufgrund Sanktionen wurde nicht gekauft, sondern getauscht. Gold gegen Öl. Und durch die Öl-Futures sollen weitere Länder folgen. Die neue Seidenstraße scheint hier als ein nützlicher strategischer Schachzug gewesen sein, der die Tür für weitere Öl- und Goldgeschäfte öffnen soll und wird.

Sie soll aber auch der Erkundung neuer Goldvorkommen dienen. China verfügt mit etwa 11.563,46 Tonnen (Schätzung 2015) über enorme Goldvorkommen, tut sich jedoch schwer diese zu fördern. Die Goldminen sind zu klein und in der Haltung und Produktion zu teuer. Mehr als die Hälfte der chinesischen Goldnachfrage wird aus dem Ausland gedeckt. Und Chinas Appetit nach Gold scheint unter dem Volk, wie auch von der Regierung unaufhörlich.

Die Länder, die sich an One Belt, One Road beteiligen, haben geschätzte Goldreserven von 23.600 Tonnen. Dies entspricht 42 Prozent der gesamten bekannten Menge Gold auf der Welt. Sieben der 30 größten Goldproduzenten befinden sich in den teilnehmenden Ländern. Mit 1.150 Tonnen produzieren diese Länder 36 Prozent der jährlichen Goldproduktion weltweit. Zwischen 2011 und 2015 haben chinesische Goldproduzenten bereits 2,5 Milliarden in Goldabbau-Projekte im Ausland investiert. Die neue Seidenstraße soll für chinesische Gold-Produzenten Handelsbarrieren abschaffen und Freihandelszonen erweitern, um Investitionen weiter zu stärken.

Diese sollen sich über Nord- und Südamerika erstrecken. Regionen mit großen Potenzial wenn es um Goldvorkommen geht. Die USA werden dabei gänzlich umgangen. Kanada als größter Metallmarkt der Welt bieten China ohnehin weniger Politikverdruss sowie mehr Ertragsmöglichkeiten. Ein Glück, dass man mit China Gold International bereits in Kanada als Goldproduzent vertreten ist. Auf der kürzlich stattgefunden China Mining Conference wurde bekannt, dass China National Gold sein Tochterunternehmen in Kanada angewiesen hat, Goldreserven auszubauen und den Yuan weiter zu vermarkten. Der Petro-Yuan soll den Petrodollar auf seinem Kontinent angreifen.

Chinas Goldkonzerne sollen übernehmen

Auch die teils staatliche Zijin Mining Group soll in Kanada expandieren. Die Zijin Mining Group ist der erfolgreiche Goldproduzent Chinas. Das Unternehmen hatte im letzten Jahr mit einem Nettogewinn von 270,71 Millionen US-Dollar doppelt so viel Gewinn, wie seine beiden Hauptkonkurrenten zusammen. Zijin hat seit 2015 bereits 1,7 Milliarden US-Dollar in ausländische Projekte investiert. Darunter in Tadschikistan. Kirgisistan, Russland, Südafrika, der Demokratischen Republik Kongo, Australien, Papua-Neuguinea und Peru. Nicht zufällig fallen viele teile der Investitionen in Länder, die Chinas Partner für die neue Seidenstraße sind.

Nun soll Kanada dazustoßen. Hier steht auch ein Lernprozess auf der Agenda. Projekte die sich in der Entwicklung befinden sollen übernommen werden. Die Entwicklung der Minen bezüglich Umweltschutz und Arbeitsbedingungen soll zur eigenen Erfahrung beitragen. Internationale Standards, die in der Heimat China nicht gegeben sind, sollen verinnerlicht werden. China beobachtet den kanadischen Markt und steht mit Scheckbuch in den Startlöchern, sollte eines der hoffnungsvollen Projekte in Ontorio oder das Wawa-Holdsworth-Projekt die gewünschten Ergebnisse liefern.

 

(Titelbild: CC-BY-SA 3.0)

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