Die russische Großbank Sberbank will 2018 10 bis 15 Tonnen Gold nach China liefern.

Russland erhöht seine Goldlieferungen nach China

Wie wir bereits berichteten, wird die russische Großbank Sberbank CIB über ihre Tochtergesellschaft Sberbank AG am Goldhandel an der chinesischen Shanghai Gold Exchange teilnehmen. Im Umfeld der Verträge zur neuen Seidenstraße „One Belt, One Road“, die Russlands Wirtschaft erhebliche chinesische Investitionen einbringen werden, kommt es nun zur Ausweitung der bisherigen Goldlieferungen zwischen Russland und China. Die größte russische Bank Sberbank plant, die Goldlieferungen nach China im kommenden Jahr auf 10 bis 15 Tonnen auszubauen.

„Im Juli hat unsere Tochtergesellschaft in der Schweiz (Sberbank AG) mit dem Goldhandel an der Börse in Schanghai begonnen. Im Rahmen des Pilot-Projekts haben wir 200 Kilogramm Gold an chinesische Finanzinstitute geliefert. In diesem Jahr planen wir zusätzliche 3-5 Tonnen Gold nach China zu liefern. Im nächsten Jahr erwarten wir eine Zunahme der Lieferungen nach China von bis zu 10-15 Tonnen. Vielleicht werden wir diese Zahl sogar übertreffen „, sagte Igor Bulantsev, Vize-Präsident der Sberbank CIB,  vor dem dritten Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok.

Das Östliche Wirtschaftsforum findet vom sechsten bis siebten September statt und wird voraussichtlich über 3.500 Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern zusammenbringen.

Hintergrund

Dass Russland und China seit geraumer Zeit massiv Gold ankaufen, ist kein Geheimnis. Auch ist es kein Geheimnis mehr, dass Russland sich vom Westen abwendet und verstärkt mit China kooperiert.Im Rahmen der neuen Seidenstraße erhält Russland Milliarden-Beträge aus China. Geld, das Russland aufgrund der verhängten Ukraine-Sanktionen und der leidenden Wirtschaft dringend braucht. Umgerechnet elf Milliarden US-Dollar werden in den kommenden 15 Jahren aus Peking nach Moskau fließen. Handelsbeziehungen werden ausgebaut und gleichzeitig wird der chinesische Yuan gestärkt. Zum Beispiel wird russisches Öl in Yuan gekauft und für chinesische Anleihen wieder verkauft oder über die chinesische Filiale der russischen Zentralbank wieder in die Wirtschaft rückgeführt.

Wir berichteten bereits über die mögliche Ablösung des Petrodollars als Leitwährung im Ölgeschäft durch den Yuan. China und Russland machen den USA mächtig Konkurrenz und üben somit auch Druck auf Saudi Arabien aus, ihre Geschäfte zukünftig in Yuan abzuschließen. Auch der Iran stellte sich gegen den Petrodollar und der allgemeine Trend gegen den US-Dollar als Leitreservewährung ist auch in der Türkei offensichtlich. Gold wird in China, Russland und der Türkei als neue Reserve angehäuft. Nun könnten sich im Laufe der Zeit weitere Länder gegen den Dollar als Leitwährung entscheiden. Zahlen die beiden größten Öl-Importeure (China) und Exporteure (Russland) in Yuan, wird das auch andere Länder dazu veranlassen oder drängen (Saudi Arabien), ihnen gleich zu tun. Beiden Ländern wird auch zugetraut, einen neuen Goldstandard einzuführen, der den Dollar als Reservewährung verdrängen wird. Ein Gold-gedeckter Rubel und ein Gold-gedeckter Yuan könnten die Schritte einleiten, die dazu führen werden, dass sich der internationale Handel vom Dollar verabschiedet.

(Titelbild: CC-BY-SA 3.0)

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