In den kommenden 15 Jahren soll ein gewaltiges Bankensterben für die Schließung von 90 Prozent aller deutschen Banken sorgen. Nur 150 bis 300 der heutigen Kreditinstitute werden überleben, so die Prognose einer neuen Studie.

So das Ergebnis aus dem Bankenreport Deutschland 2030 der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman. Durch das Bankensterben sollen von den bundesweit 1.600 Banken in spätestens 15 Jahren nur noch 150 bis 300 Finanzinstitute übrig sein. „Nimmt man das bisherige Tempo als Ausgangspunkt und geht noch von einer gewissen, wahrscheinlichen Beschleunigung des Prozesses aus, dann wird sich die Zahl der deutschen Banken in dem von uns beschriebenen Ausmaß reduzieren“, erklärt Thomas Schnarr, Mitarbeiter bei Oliver Wyman.

Konkurrenz sorgt für Bankensterben

Begründet wird dies durch die Konkurrenz. Ausländische Banken oder neue digitale Wettbewerber, sogenannte Fintechs, übernehmen immer mehr Marktanteile. „Banken in Deutschland hatten über die letzten Jahre einen bemerkenswert stabilen Ertragspool von 115 Milliarden Euro pro Jahr mit einer großen Kundenbasis. Neue Anbieter im Markt wollen daran teilhaben. Für alle wird der Kuchen nicht mehr reichen“, so Scharr. Wie wird sich der Bankenmarkt weiter entwickeln? „Den mächtigen Trends unserer Zeit wird sich auch der Bankensektor in Deutschland nicht entziehen können. Konkurrenz innerhalb des Banksektors, mächtige Plattformanbieter von außen und Bankkunden mit höheren Service-Ansprüchen werden Banken dazu zwingen, ihre Geschäftsmodelle und ihr Angebot schärfer auszurichten. Nicht alle mit Erfolg“, ist sich Schnarr sicher.

„Banken sind nicht mehr zwingenderweise unangefochtener Herrscher über Kundenschnittstelle, Produktproduzent und Betreiber der darunterliegenden Plattformen“, heißt es in dem Bankenreport.

Telefonzelle im 21. Jahrhundert wird nicht überleben

Insgesamt werden bis zu 90 Prozent der aktuellen deutschen Institute vom Bankensterben betroffen sein. Das klassische Drei-Säulen-Modell, etwa 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken, etwa 400 Sparkassen sowie die Großbanken (Deutsche Bank, Commerbank, etc.), wird sich nicht halten. Eine „vierte Säule“, bestehend aus ausländischen Banken, Finanz-Start-ups und globalen Technologiekonzernen wird hinzukommen. „Durch ihre technologischen Fähigkeiten und ihre finanziellen Handlungsspielraum wird diese Gruppe eine besondere Bedrohung für traditionelle Bankenmodelle sein.“, heißt es im Report. Banken des Typs „Telefonzelle im 21. Jahrhundert“, werden ebenso aus dem Markt fallen wie „Zögerer und Zauderer“, die sich nicht für eine klare Ausrichtung entscheiden können.

Titelbild: maxpixel

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