LBMA Barren

Was sind LBMA Barren - wozu sind sie da?

LBMA Barren werden ausschliesslich für das Börsengeschäft benötigt.
 
Viel Unsinn ist über diese „misteriösen LBMA Goldbarren“ im Umlauf. Was steckt aber nun eigentlich hinter diesem Begriff?
Die allgemeine Handelsfähigkeit von Goldbarren für den Handel mit Verbrauchern als Investmentbarren regelt nicht die LBMA, die allgemeine Handelsfähigkeit wird vielmehr international durch Vorgaben der einzelnen Staaten für Anlagemetalle aus Edelmetallen geregelt und nicht durch die Mitgliedschaft in einer privaten Handelsorganisation, wie der LBMA.
LBMA Barren sind Spezialbarren –  Sie wiegen 12,44Kg also 400 Unzen/Stück. Es sind ausschliesslich spezielle Goldbarren für Transfers grösseren Umfangs durch Institutionelle Händler wie Staaten, Regierungen, Zentralbanken, Großbanken, sowie Scheideanstalten mit grossen Handelsvolumina usw. Die Anlagebarren für den Verbraucherhandel sind durchweg keine LBMA Barren. 
LBMA Barren 400 Unzen
LBMA Barren 400 Unzen

Die Übertragungen der Goldmengen raffinierter Feinmetalle, wurden durch international gültige Regeln für die Lieferanten einfacher und schneller. Man gründete dazu eine Händlergemeinschaft. Die sog. LBMA, die London Bullion Marketing Association. Sie regelt als private Institution die weltweiten Edelmetalltansfers zu den Börsenplätzen in London, Dubai, New York, u.a. Dazu wurde das Gewichtsmaß für LBMA Barren auf 400 Unzen festgelegt. Das vereinfachte den physischen Transport und beim Empfänger die Prozedur zur Notierung der erhaltenen Feingehaltsmenge. Man wusste nun weltweit, worüber man  sprach, wenn man direkt am Börsengeschäft für Edelmetalle teilnahm.
Diese Spezial-Barren müssen jedoch nicht die von Verbrauchern verlangten Feingehalte 999,9 aufweisen. Vielmehr werden auch Qualitäten von 995,0 – 999 – 999,5 u.a. akzeptiert. Also auch Qualitäten die Verbraucher nicht ohne Widerspruch erwerben wollten. Der Erzeuger stempelt die jeweiligen Feingehalte auf. Gutschriften erfolgen dann je nach Feingehalt.

Edelmetallhandel erfolgt weltweit im Tonnenbereich

Um standardisierte Stücke virtuell und schnell handeln zu können hat die „London Barren Markt Vereinigung“  LBMA, mit den Standardbarren ein Qualitäts- und Grössenmaß festgelegt, das diesen Handel international ermöglicht. Die Big Player lassen ihre eigenen LBMA Barren direkt an der Londoner Edelmetallbörse zu, um am Börsenhandel teilnehmen zu können. Dazu wird dort ein hoher MIndestmetallumsatz an Standard-Goldbarren verlangt. Diese grossen Handelsvolumina von mehreren hundert Kilo/Monat machen es kleineren Raffinerien oft unmöglich der Händlergemeinschaft beizutreten, was wiederum im Interesse der Bigplayer ist, denn es dient auch als Marketingwerkzeug. Es gibt allerdings weltweit ungefähr gleich viele Raffinerien die diese Grossbarren nicht erzeugen, wie LBMA Mitglieder.

LBMA Barren – Für den Verbraucherhandel viel zu gross

Standard LBMA Barren sind mit einem Barrengewicht von  12,44kg  = 400oz für private Investoren aus naheliegenden Gründen viel zu gross. Mit einem Kurs von ca. 640.000,– Euro/Barren  am 22.06.2020 spielen sie im täglichen Edelmetallverkehr mit Endverbrauchern keine Rolle.

Scheideanstalten scheiden diese Barren oft wieder

Mit oft nur 995‰ haben LBMA Barren häufig geringere Feingehalte als die üblichen Handelsbarren. Für den Verbraucherhandel müssen sie dann aus diesem Grund erneut auf die heute übliche Reinheit von 999,9 gebracht werden. Ein aufwendiges und teures Prozedere welches für Kunden erneute Scheidekosten auslöst.

Keine Annahme durch Banken

Banken nehmen die LBMA Standardbarren von Privatlieferanten nicht an. Beim Ankauf von LBMA Standardbarren als Einzelstück an Gold- und Silberscheideanstalten fallen für bestimmte Typen regelmäßig Scheidekosten für die Raffination auf die Qualität 4N an.

Goldbarren des normalen Gebrauchs, wie sie für Händler, Verbraucher oder Privatanleger üblich sind, sollten möglichst einen aufgeprägten Feingehalt von mindestens 999,9‰ aufweisen, und von einer öffentlichen Scheideanstalt wie z.B. der Norddeutschen Edelmetall Scheideanstalt oder anderen Edelmetallerzeugern stammen.

Die moderne Scheidetechnik erreicht heute regelmäßig einen Feingehalt von 999,9‰ . Die Norddeutsche Edelmetall Scheideanstalt in Norderstedt erreicht mit moderner Scheidetechnik auch noch höhere Goldfeingehalte von bis zu 999,99 = 5N. Hier werden jedoch die Aufarbeitungskosten so hoch, daß ein standardisierter Handel die Aufarbeitungskosten nicht deckt.

Institutioneller Barrenhandel und Handelsfähigkeit

International handelsfähige Barren zur Geldanlage finden Sie hier.