Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick 2020

Alles Gute für 2021

Das Corona-Jahr – so wird es in die Geschichte eingehen. Was wir am Anfang noch nicht wahrhaben wollten – nämlich, dass das gesamte Jahr von diesem Ereignis geprägt sein würde – ist nun bald zu Ende. Wir haben so viel Neues gelernt: Ein Virus mit höherem Infektionspotential als die normale Grippe geht um die Welt. Es fing im fernen China an, die dortigen Maßnahmen verfolgte man und fragte sich gleichzeitig, welche Informationen die Zentralregierung uns wohl verschwieg. Für viele bisher unbekannt: Wuhan, eine chinesische Millionenmetropole mit aufragenden, modernen Fassaden. Auf dem traditionellen Markt für Fleisch und andere Lebensmittel nahm die Pandemie mit dem Corona-Virus ihren Anfang. Einige Personen infizierten sich Ende Januar im Webasto-Werk nahe München, so kam das Virus erstmals nach Deutschland. Es wurde gleich gehandelt, der Infektionsweg war klar, die Gefahr innerhalb von Tagen gebannt. Dann aber die Karnevalsfeier in Baden-Württemberg und Ski-Urlauber in Ischgl. Im Februar noch schien das Virus weit weg von unserem Leben, ein exotischer Eindruck für die allermeisten. Wir bekamen neue Wörter beigebracht: Covid-19, Fallzahlen, 7-Tage-Inzidenz, PCR-Test. Im März ging es dann schnell – wir lernten das Wort Lockdown. Danach verlief das Jahr 2020 nur noch im Schneckentempo.

Spätestens mit den schrecklichen Bildern aus Bergamo, Italien, stand fest: Die mit Särgen beladenen Militär-LKW lassen auch die Menschen in Norden Deutschlands nicht kalt. Weil die Pandemie jetzt auch in Europa ankam. Aber kaum jemand kannte überhaupt einen Menschen, der an der neuen Krankheit litt. So war zwar durch die Bilder in Italien klar, dass auch bei uns Vorsicht walten musste. Aber bei uns würde es sicherlich besser laufen – war die Aufregung überhaupt nötig?

Ab März zog nicht nur die Pandemie richtig an – auch die Umsätze im Edelmetall-Verkauf stiegen spürbar. Wir konnten die Eigenproduktion jederzeit an Kunden vor Ort verkaufen. Kleine Barren, größere Barren, Goldmünzen, alles war gefragt. Preisschwankungen, Lieferzeiten: Alles wurde von Kunden hingenommen, um etwas Bargeld in Gold zu tauschen. Im Gegensatz zu Händlern, die von Lieferungen aus der Schweiz abhängig waren, konnten wir kontinuierlich und nahezu immer Ware ausliefern. Der lokale Bezug von Händlern und Herstellern wird weltweit weiter an Bedeutung für den lokalen Markt gewinnen. Davon sind wir nach diesem Jahr überzeugt. Auch das war etwas Neues, aber Gutes, was wir in diesem Jahr lernten.

Im Sommer dann eine Konsolidierung der Lage: Die Sonne schien, wir hatten einen wirklich schönen Sommer, mit nur wenig erhöhten Temperaturen. Einige Tage kratzten wir im Norden auch an der Marke mit über 30°C – für uns dann schon sehr heiß. Aber die Reduzierung der Kontakte liess uns lethargisch alleine schwitzen, dann stört es auch nicht so sehr. Aber der Goldpreis nahm richtig Fahrt auf und Ende August kamen dann Höchststände auf uns zu, die bisher noch nicht gesehen wurden. Und die hohen Preise wurden vom Käuferinteresse vor Ort unterstützt. Wir sind dem Hype gegen Bargeld und Banken eher zurückhaltend eingestellt – ein ums andere Mal fragten wir bei hohen Bestellungen nach, ob es jetzt wirklich so sein soll. Die äußeren Unsicherheiten griffen ins Innere der Menschen: Unsere Kunden holten sich die goldenen Versicherungen gegen allerlei finanzielle Unbill und fühlten sich auch mit unserer Zurückhaltung gut beraten.

Im Betrieb stehen nun die Zeichen auf Wachstum. Während viele Branchen ihre Geschäftsmodelle, ihre Nachfrage einbrechen sahen, mussten wir unsere Kapazitäten erhöhen. Es machte Sinn, die Nasschemie zu erweitern, um mehrere Chargen gleichzeitig bearbeiten zu können. Nach Planung und Lieferung deshalb Umbau mit den dazugehörenden Erweiterungen für die Abluftwäsche. Natürlich klappt auch bei bester Planung nicht alles reibungslos. Trotzdem haben wir dieses Jahr mehr Material im eigenen Hause verarbeitet, als jemals zuvor. Denn auch der Material-Eintrag durch den Goldankauf stieg fleissig an. Die hohen Kurse lockten – ebenso wie die guten Ankaufskonditionen, die sich durch eine sorgfältige und ehrliche Bearbeitung der wertvollen Edelmetalle ergeben. Wieder einmal wächst die NES Unternehmensgruppe hauptsächlich durch Qualität und Mundpropaganda. Juweliere empfehlen uns, weil sie wissen, dass ihre Kunden gut aufgehoben sind. Der Herbst wird eine arbeitsreiche Zeit.

Den Herbst über denken wir schon, wir bekommen die Kurve auch bei den Infektionszahlen. Aber falsch gedacht: Im Oktober wird klar, dass Reiserückkehrer, offene Schulen und Sorglosigkeit an falschen Stellen für einen Anstieg sorgen. Im November gehen wir bundesweit in eine Kontaktreduktion und müssen am Ende des Monats erkennen, dass es nicht reicht: In vielen Gegenden steigen die Infektionszahlen rasant – und verringern sich dann kaum. In Norddeutschland verläuft es weiterhin harmlos – bis in den Pflegeheimen auch die Infektionenzahlen für Tote sorgen. Kurz vor Weihnachten werden nun die Geschäfte, Schulen und Kitas wieder geschlossen – wie im März. Dieses Mal sind wir fast dankbar: Wir suchen geradezu die Ruhe nach diesem Jahr. Es hat uns eine Verdoppelung des Umsatzes eingebracht. Auch lernen wir ein neues Wort: mRNA-Impfstoff. Es kann noch in diesem Jahr mit der Impfung begonnen werden. So ein Glück und ein Lichtblick am Ende des Jahres tut gut, mitten in dunkler werdenden Tagen.

Alle, die bisher dieses Jahr gesundheitlich gut überstanden oder überlebt haben, sind die Corona-Gewinner! Vielen Dank an unsere Kunden, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre. Bleiben Sie alle gesund und munter. Geniessen Sie das Jahresende. Wir hoffen, dass das Neue Jahr uns frische Gedanken und gute Luft zum Atmen bringt – in mehrfacher Hinsicht!

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