Urspruenge der Muenzpraegungen aus Edelmetallen wie Gold und Silber

Die Edelmetalle Gold und Silber waren die ersten Münzmetalle, genannt „Elektron“

Lydien – die ältesten Münzen

Urspruenge der Muenzpraegungen
Lydische „Elektron“ Gold-Silbermünze Gewicht-2,560-g-Durchmesser-10mm British Museum

 Nach Angaben des griechischen Historikers Herodot waren die Lydier bereits im fünften Jahrhundert vor Christus die ersten, die Gold- und Silbermünzen verwendet haben.

Das war nahezu richtig. Denn die ersten Münzen, die man fand, stammten aus Gebieten der heutigen modernen Türkei, die damals das alte Königreich von Lydien bildeten. Die gefundenen Münzen bestanden aus einer natürlich vorkommenden Legierung von Gold und Silber, die man „Elektron“ nannte.

Diese Münzen wurden erstmals im siebten Jahrhundert vor Christus hergestellt und hatten eine nur einseitige Prägung während die Rückseiten mit einfachen Eindrückungen bzw. Punzen versehen waren.

Urspruenge der Muenzpraegungen  –  Ein striktes Gewichtssystem

Goldmuenzen-des-Kroesus
Goldmuenzen-des-Kroesus, British Museum

Obwohl die Münzen unregelmäßig in Form und Größe waren, wurden bereits diese frühen „Elektron“ Münzen nach einem strengen Gewichtsstandard geprägt.
Die Stückelungen reichten von einem „Stater“ (mit einem Gewicht von etwa 14,1 Gramm) dann abwärts zu Halb-“Staters“, Terzen, Sexten, Zwölftel, 1/24tel und 1/48tel bis zu 1/96tel „Stater“ von ca. 0.15gr).
Es ist nicht leicht gewesen, einige der kleineren Stückelungen auseinander zu halten. Man geht davon aus, dass für viele Transaktionen die Münzen nicht gewogen, sondern gezählt wurden.

Urspruenge der Muenzpraegungen  – Die Verbreitung der „Elektron“ Münzprägung

Ausbreitung-der-Elektron-Muenzpraegung
Ausbreitung-der-„Elektron“-Münzpraegung British Museum

Von Lydia ausgehend verbreitete sich die Münzprägung der „Elektron“ Münzen bald zu den griechischen Städten und den Küstenregionen Kleinasiens. Von hier gelangten sie zu den griechischen Inseln und dem Festland.
Häufig ist es schwierig zu sagen, wo eine bestimmte Münze hergestellt wurde, weil keine dieser frühen Münzen mit einem Ursprungskennzeichen beschriftet wurde. Vermutungen sind jedoch möglich. Ein Typ einer Münze hat den Anfang einer Dichtung auf der Vorderseite. Das griechische Wort für Dichtung „phoce“ und die Münzen sind in der Regel der griechischen Stadt Phokaia zugeschrieben.

 

Urspruenge der Muenzpraegungen – Namen auf „Elektron“ Münzen

Elektron-Muenze-Lydien
„Elektron“-Muenze-Lydien, British Museum

Einige der frühesten Lydischen „Elektron“ Münzen werden mit Namen in einer alten schriftlichen Lydischen Überlieferung erwähnt.  Zwei Personen werden darin benannt: „Walwel“ und „Kalil“. Es ist unklar, ob es sich um Namen von Königen oder einfach nur um reiche Männer handelt, die die ältesten Münzen hergestellt haben.
Die älteste Inschrift auf einer griechischen „Elektron“ Münze lautet: „Ich bin das Zeichen des Phanes“. Man ist nicht sicher, wer dieser Phanes war, aber es scheint, dass er seine Abzeichen auf den Münzen als Garantie für deren Qualität anbrachte.

Der älteste Münzschatz

Lydischer-Muenzschatz-Elektron-Muenzen
Lydischer-Muenzschatz – „Elektron“-Muenzen, British Museum

Der früheste bekannte Münzschatz an „Elektron“ Münzen (und damit der älteste bekannte Münzschatz überhaupt) wurde bei den Ausgrabungen der Artemis Tempel in Ephesos in 1904 bis 1905 durch Archäologen des Britischen Museums gefunden. Der Schatz bestand aus 19 Münzen, die in einem kleinen Topf in den Fundamenten des Tempels, der als eines der sieben Weltwunder der antiken Welt gilt, versteckt worden war und, neben weiteren 74 Münzen, etwa 600 vor Christus dort eingegraben wurde.

Urspruenge der Muenzpraegungen aus Edelmetallen

Originalschrift veröffentlicht durch das British Museum: http://www.britishmuseum.org
Übersetzung ins Deutsche Yella v. Wortbach