Echtheitsprüfung von Edelmetallen

Echtheitsprüfung von Edelmetallen

Fälschungen von Goldschmuck und Goldbarren erkennen – gute Goldfälschungen sind eine Gefahr für Laien

Gefaelschte Credit Suisse Goldbarren
Gefaelschte Credit Suisse Goldbarren, einfache Fälschungen

Echtheitsprüfungen von Edelmetallen verlangen Techniken die weit über Säureproben hinausgehen. Hierfür kommen unterschiedliche Geräte und Sachverstand zum Einsatz, denn es gibt leider auch Goldbarren, die sich erst bei sehr aufwendiger Überprüfung als Fälschung herausstellen. Die größeren Barren sind nämlich eine harte Nuss. Hier ist besondere Vorsicht geboten, da es um große Werte geht..

Gefälschtes Gold gibt es in jeglicher Form. Die Echtheitsprüfung von Edelmetallen und Legierungen ist daher für die Norddeutsche Edelmetall Scheideanstalt unerlässlich. Eine gefüllte Vitrine mit gefälschten Schmuckstücken und Barren, die alle von Kunden eingeliefert wurden, zeigen dass Fälschungen keine Seltenheiten sind.

Dicke Panzerarmbänder, prächtige Colliers mit Steinbesatz, Markenuhren, Ringe und weitere „Goldstückchen“ sind oft mit den entsprechenden Punzierungszeichen ausgerüstet und damit nur für betrügerische Aktivitäten hergestellt. Gefälschter Schmuck ist zumeist aus Messing hergestellt, er kann zusätzlich noch Vergoldungen tragen, die die Erkennung für Laien noch schwerer macht.

Weil das Metall Wolfram leider ein sehr ähnliches spezifisches Gewicht besitzt wie das Gold und es zudem einen extrem hohen Schmelzpunkt besitzt, haben Fälscher größere Barren mit Wolframkernen hergestellt. Die Fälschungen sind teilweise mit hohem technischen Aufwand hergestellt.

Die Produktion dieser falschen Barren erfolgt so, dass das Wolfram in den Barren hineingearbeitet wird. Wolfram, mit seinem Schmelzpunkt von 3.422 °C, macht ein Schmelzen und Gießen unmöglich. Er wird vorher als Festkörper präzise gefräst. Der Goldbarren erhält dann durch exakte Ausfräsungen ebenfalls seinen Raum, in den das Wolframstück genau hineinpasst. Anschließend wird die Öffnung mit Gold wieder sauber verschlossen. Die Echtheitsprüfung von Edelmetallen ist mit sehr gut gefälschten Stücken entsprechend aufwendig.

Diese Fälschungen haben leider einen dicken Goldmantel und sind mit Säurereibetechniken nicht erkennbar, auch die EDRFA Röntgentechnik versagt hier. Wenn man „das gute Stück“ nicht standardmäßig zerstören will, wird die Fälschung dann mit speziellen Ultraschallverfahren, die die Schallleitung an den Grenzflächen der verschiedenen Metalle efasst,  zuverlässig erkennbar..

 

Die Echtheitspruefung von Edelmetallen hier für ein gefaelschtes Armband hartvergoldet
Armband gefälscht-, aufwendig gearbeitet und sorgfältig gestempelt, zusätzlich hart vergoldet

NES-ICP-Analytik-2
NES-ICP-Analytik-2

Fachbetriebe wie die Norddeutsche Edelmetall Scheideanstalt verfügen über verschiedene Verfahren zur Echtheitsprüfung von Edelmetallen oder Feingehaltsbestimmung. Hochsensible Techniken wie die ICP Analytik, die EDRFA-Röntgenanalytik, die Funkenspektrometrie oder chemische Verfahren wie Kuppelationen geben genauen Aufschluss über Edelmetallinhalte.

Ultraschallverfahren

Mit dem sogenannten Ultraschallverfahren können verdächtige Barren untersucht werden. Damit kann auch zerstörungsfrei die Fälschung eines Goldbarrens nachgewiesen werden. Das Verfahren ist allerdings nicht einfach anzuwenden, denn man benötigt nicht nur ein spezielles Ultraschallgerät. Viele einfachere Geräteausführungen versagen häufig. Es ist zusätzlich Erfahrung, Fachwissen und Anwenderschulung nötig, um eine zuverlässige Aussage und eine sichere Messung zu erstellen.

Materialprüfungen und Analysen

Im Zuge eines Ankaufes prüfen wir kostenlos. Sollten Sie unsicher bezüglich des Materials sein, helfen wir Ihnen gern weiter. Alle mündlichen Auskünfte unserer Sachverständigen sind kostenlos und unverbindlich. Schriftliche Gutachten sind jedoch kostenpflichtig und werden nach Zeitaufwand berechnet.


Sehr viel einfachere Fälschungen sind kleinere Goldbarren, die schlichtweg aus Messing statt Gold hergestellt sind. Diese verraten sich durch das leichtere spezifische Gewicht und können deshalb recht schnell entlarvt werden.

Das erheblich differente spezifische Gewicht kann z.B. zeigen, dass ein 50 Gramm „Goldbarren“ aus Messing nur 30,68 Gramm wiegt…

Leider sind gerade die begehrten Kleinstbarren von 1-2 Gramm häufig in die typischen Zertifikatshüllen eingeschweißt und mancher Händler oder Kunde schreckt davor zurück, die sehr echt wirkenden Stücke zur Prüfung zu öffnen. Somit ist dann auch eine einfache Wiegeprobe schlecht möglich. Hier hilft jedoch zuverlässig die Röntgentechnik, um sichere Analysen zu erhalten. Diese steht aber zumeist nur Fachbetrieben zur Verfügung.

Die kleinen Barren sehen sich zum Verwechseln ähnlich und wer keine Edelmetallkenntnisse besitzt, kann schon einmal darauf hereinfallen. Auch hier gilt, dass man aus sicheren Quellen sein Feingold für die Kapitalanlage beziehen sollte.

Außen Gold, innen Wolfram – Gefälschte Goldbarren in New York aufgetaucht

Autor: Björn Junker  19.09.2012, 11:09

In New York sind gefälschte Goldbarren aufgetaucht, berichten verschiedene Medien. Ein Goldbarren von zehn Unzen mit einem Wert von fast 18.000 USD erwies sich als geschickte Fälschung. Der Barren war mit Wolfram gefüllt. Das Metall hat annähernd das gleiche Gewicht wie Gold, kostet aber nur etwas mehr als 1 USD pro Unze.

Goldhändler Ibrahim Fadl hatte den Barren von einem Kontakt erworben, der ihm in der Vergangenheit echte Goldbarren verkauft hatte. Da er aber gehört hatte, dass gefälschte Barren im Umlauf seien, bohrte er Löcher in mehrere seiner Goldbarren, die einen Wert von 100.000 USD hatten, und sah das graue Wolfram anstelle von Gold.

Bei den Fälschungen handelt es sich um ein ausgeklügeltes Vorgehen. Denn zunächst wird ein echter Goldbarren gekauft, inklusive Seriennummer und Papiere, dann wird dieser ausgehöhlt, das Gold verkauft, der Barren mit Wolfram gefüllt und dann wieder geschlossen.

Mittlerweile wurde der aktuelle Fall sowohl dem FBI als auch dem Secret Service gemeldet. Im März waren mit Wolfram gefüllte Goldbarren in England entdeckt worden. Nun, da sie auch in New York aufgetaucht sind, könnte das bedeuten, dass ein internationaler Fälscherring beteiligt ist.

Gefälschter Schmuck aus 333, 585 oder 750 Gold

Beim sogenannten Autobahn-Gold handelt es sich um grob gearbeitete Ringe mit Riefen und stumpfen Einstanz-Mustern, die aus Messing oder einer Blei-Messing-Legierung bestehen. Sie sind oft mit gleich 2 Punzierungen versehen, z.B. 14K und 585 oder 18K und 750. Bereits seit Jahrzehnten im Verkehr, werden sie heute noch über Ebay angeboten und erzielen bei unerfahrenen, risikobereiten Kunden gern auch Beträge um die 150 Euro aufgrund der angegebenen Gewichte.

Ein etwas ausgefeilterer Betrug wurde mit einem Messing-Armband begangen, das eindeutig aus industrieller Herstellung stammte und zur Täuschung etwas Palladium enthielt.

Armband-gefaelscht
Das Armband war augenscheinlich aus einer Serienherstellung und enthielt gerade genug Palladium, um bei einer Reibeprüfung mit Säure ein korrektes Ergebnis zu produzieren. So hat auch ein Goldankäufer dieses Stück bei uns eingeliefert. Die Materialmischung bestand aus Kupfer, Zink und einigen Prozent Palladium. Da Palladium zur Zeit erheblich billiger als Gold ist, hat sich auch dieser Betrug sicherlich für den Täter gerechnet.

Aufgefallen ist wie häufig bei Fälschungen die schlechte Verarbeitungsqualität. Ob es sich um Messing-Ringe mit 585 oder 750 Goldpunzierung handelt oder wie hier um ein Armband mit 333 Punzierung. In der Regel lassen sich mit etwas Fachkunde die Fälschungen herausfischen, weil unsere Mitarbeiter bei bestimmten Merkmalen sehr aufmerksam sind. Über die Röntgen-Analytik lässt sich dann meist zerstörungsfrei nachweisen, ob es sich tatsächlich um eine Fälschung handelt. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Goldinhalte häufig nicht so wie vermutet

Ebenso häufig kommt es jedoch vor, dass Punzierungen etwas über- oder unterwertig sind. Das Legieren von Metallen ist eine Kunst für sich. Deshalb greifen auch viele Goldschmiede zu fertigem Halbzeug in der gewünschten Legierungsqualität und schmelzen kein Altgold ein.

Zahntechniker haben auch genügend Edelmetall-Kenntnisse, um wunderbaren Schmuck herzustellen. Wenn sie Schmuck giessen, hat dieser keine Punzierung, ist aber unter Umständen teilweise aus hochwertigem Material gefertigt. Eben diese Legierungen, die auch als Zahngold Verwendung finden, lassen sich beim Goldankauf von Goldaufkäufern nicht prüfen. Die einfachen Säureprüfmethoden zeigen hier nicht die korrekten Materialwerte an.

Auch antike Schmuckstücke sind sehr oft nicht punziert, aber trotzdem aus wertvollen Edelmetallen angefertigt. Aber manchmal ist die Legierung „ein wenig in der Mitte“, z.B. bei 40-50% Goldanteil. Ein solches Stück kann weder mit 333, noch mit 585 punziert werden, weil das Feingehalt-Gesetz nur eine Abweichung von 1% erlaubt. Bei Platin wurde früher z.B. auch gern eine Mischung mit ca. 93% Platin verwendet, während die modernen Legierungen in den Feingehalten mit 950, 960 oder 900 ‰ daher kommen. Solcher Schmuck wurde schon häufig von Juwelieren falsch beurteilt und z.B. für Weissgold gehalten.

Markenschmuck aus „Silber“ vom Zoll beschlagnahmt

Fall vom 30.04.2014: Diverse Schmuckstücke aus augenscheinlichem Silber wurden vom Zollamt eingeliefert, insgesamt mehrere Kilo Material. Sie sollten aus markenrechtlichen Gründen geschmolzen und verwertet werden, da gefälschte Markenkennzeichen von verschiedenen Luxusfirmen verwendet wurden. Kaufen kann man solchen gefälschten Markenschmuck einfach über das Internet. Er wird möglicherweise auch auf Flohmärkten angeboten. Bei der Einfuhr hat der Zoll geprüft und aufgrund der Markenkennzeichnung beschlagnahmt. Die Beamten baten sich aus, bei der Schmelze dabei sein zu dürfen, damit bezeugt werden kann, dass die Markenzeichen vernichtet wurden.

Da die Herkunft unklar war, haben wir zunächst eine Vorprobe gemacht. Und siehe da: nicht nur die Markenkennzeichen von Tiffany & Co., Gucci, etc. waren gefälscht. Der vermeintliche Silberschmuck war auch gar nicht aus Silber. Es handelte sich um Messing mit einem nickelhaltigen Überzug. Der Nickelüberzug war mit etwa 20% Kupfer legiert, so dass die Stücke auch ganz silbertypisch anliefen.

Solch ein Kauf geht auch nach hinten los, wenn die Ware beim Besteller ankommt: gesundheitlich nicht unbedenklich, sind diese Nickelüberzüge nach der Nickelverordnung schon seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt. Und der Materialwert des gelieferten Messings entspricht natürlich bei Weitem nicht dem gezahlten Betrag für Silberschmuck, auch wenn man niedrigere Preise für gefälschte Markenware berücksichtigt. Der Materialwert lag pro Stück bei einigen Cent, gezahlt wurde dem Betrüger aber sicherlich mindestens 10-30% des Wertes des Originals.

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