Indiens Goldimporte fallen – Vorhaben der Regierung zeigen Erfolg

Indiens Goldimporte fielen im Januar 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf 58,6 Tonnen. In seiner Meldung bezieht sich Bloomberg auf nicht offizielle Aussagen von Mitarbeitern des indischen Finanzministeriums. Auch die Schweiz meldet einen Rückgang der Goldimporte Indiens. Im Dezember 2016 exportierte die Schweiz 20,6 Tonnen Gold nach Indien. Das macht einen Rückgang zum Vorjahr um 49 Prozent.

Im Quartal verdreifacht

Entgegen der Meldung von Bloomberg berichtet das Marktforschungsunternehmen GFMS über eine dreifach größere Nachfrage im letzten Quartal Indiens als im Quartal davor. Insgesamt 251,8 Tonnen Gold seien nachgefragt worden. 63,5 Tonnen davon gingen auf Barren und Münzen zurück. Der Rest ging an die Schmuckindustrie.

Reuters berichtet für den Februar, dass Indiens Goldimporte zum Februar 2016 um 82 Prozent gestiegen seien. Insgesamt ist von 50 Tonnen Gold die Rede. Die teils drastischen Anstiege lassen sich aber mit der Beschränkung des Bargelds und der folgenden höheren privaten Eindeckung mit Gold im vergangenem Herbst, sowie den verschobenen Käufen aufgrund der erwarteten Minderung der Einfuhrzolle im Frühjahr 2016 erklären.

Indiens Goldimporte gehen insgesamt zurück

Indiens Regierung will den illegalen Goldkonsum des Volkes eindämmen und somit auch die Korruption und Steuerhinterziehungen bekämpfen (Wir berichteten). Das bevölkerungsreiche Land (1,25 Milliarden Einwohner) bezieht nach China die zweithöchsten Goldimporte. Anhand des Rückgangs vom Januar zu Februar (58,6 auf 50 Tonnen Gold) sind die erfolgreichen Schritte der Regierung erkennbar. Insgesamt sanken die Goldimporte in den vergangenen zehn Monaten um 41 Prozent auf 499,1 Tonnen.

Aufschwung im Goldkauf wird wie jedes Jahr die im März beginnende Hochzeitssaison auslösen. Für eine langfristige Steigerung Indiens Goldimporte ist jedoch eine Preissenkung des Goldes notwendig. Dies ist hingegen unwahrscheinlich, sieht man Indiens Bemühungen die Goldreserven seiner Bürger zu minimieren. Zuletzt drangen Vorhaben an die Öffentlichkeit, in denen es in Zukunft zu Strafsteuern für Schmuckkäufer kommen soll. Dem Indian Express nach sollen Barkäufe von über 200.000 Rupien (2.800 Euro) ab dem 01. April 2017 mit einem Prozent strafbesteuert werden. Bislang lag die Grenze bei 500.000 Rupien (7.000 Euro). Bargeld- und Goldhandel werden somit gleichermaßen stückweise unter Konditionen gestellt.

Nachfrage sinkt, Goldschmuggel wächst

Aufgrund der erhöhten Preise seitens der Regierung für Gold, darauffolgende Streiks der Juweliere und dem Bargeldverbot von bestimmten Banknoten ist die offizielle Nachfrage nach Gold stark zurück gegangen und wird wohl auf ihrem niedrigen Niveau bleiben. Der World Gold Council schätzt für 2017 eine Nachfrage Indiens auf 650 bis 750 Tonnen Gold. In den Rekordjahren lag diese bei über 900 Tonnen. Im Gegensatz zur offiziellen Nachfrage steigt die Inoffizielle. Immer wieder werde an den Grenzen versucht illegal Gold ins Land zu bringen. Schätzungen nach seien es 2016 bis zu 300 Tonnen gewesen sein. Doppelt so viel wie im Jahr davor.

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