Golddeckung: Venezuela kündigt Digitalwährung an

Venezuelas Präsident kündigte die Einführung einer eigenen Digitalwährung namens “Petro“ an. Ein weiterer Versuch die nahende Staatspleite zu verhindern.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat im venezolanischen Fernsehen die Einführung einer eigenen nationalen Digitalwährung angekündigt. „Dies wird uns ermöglichen, neue Formen der internationalen Finanzierung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes zu entwickeln“, so Maduro.

Eigene Digitalwährung gegen die USA

Der „Petro“, angelehnt an die internationale Kurzform von Erdöl, soll durch die nationalen Öl-, Gas-, Gold- und Diamantreserven gedeckt werden. Mithilfe des Petros sollen die amerikanischen Sanktionen umgangen werden, der hohen Inflation entgegengewirkt und Auslandsgeschäfte getätigt werden. Ohnehin sieht sich Maduro mit den USA in „einem Finanzkrieg“. Die US-Sanktionen haben es dem Land extrem schwer gemacht, auf den internationalen Kreditmärkten zu agieren.

Die aktuelle Währung, der Bolivar, befindet sich seit Monaten im freien Fall. Die Inflation stieg um 1000 Prozent. Im Land fehlt es an Devisen, um Grundbedürfnisse wie Nahrung und Medizin zu importieren. Das venezolanische Volk verfällt immer mehr in Armut. Die Zahl der hungernden Menschen steigt. Mehrere Ratingagenturen attestierten Venezuela bereits eine Teilpleite. Als Gründe gelten eine Misswirtschaft der sozialistischen Regierung und der seit Jahren relativ niedrige Ölpreis.

Maduro sagte im Fernsehen, dass er versucht, eine von Washington unterstützte Verschwörung zu bekämpfen, um seine Regierung zu sabotieren und den Sozialismus in Lateinamerika zu beenden. Venezuela stehe vor einem finanziellen „Weltkrieg“.

Opposition bezweifelt Umsetzung

Die Opposition bezweifelt die Umsetzung einer eigenen Digitalwährung. Sie hat die Ankündigung sogar verspottet, da eine solche Einführung ihrer Meinung nach die Zustimmung des Kongresses erforderte. Maduro sei „ein Clown“ und habe „keine Glaubwürdigkeit“.

Digitalwährungen, auch Kryptowährungen genannt, erleben einen dauerhaften Hype. Die bekannteste Digitalwährung ist der Bitcoin. Dieser kratzt an speziellen Börsen an der 12.000 Dollar-Grenze. Kryptowährungen werden mithilfe der Technologie Blockchain an Computern errechnet und erschaffen. Die Menge einer Kryptowährung ist, anders als beim Papiergeld, endlich und wird nicht von Regierungen und Banken reguliert.

Zuletzt machte Venezuela Schlagzeilen, als es Gold im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar an die Deutsche Bank verloren hatte. Venezuela konnte die Bedingungen im Gold Swap mit der Deutschen Bank nicht einhalten.

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