Hohes Risiko: Finanzaufsichten warnen vor Kryptowährungen

Die Finanzaufsicht BaFin sowie die EU-Börsenaufsicht ESMA haben jüngst vor dem Erwerb von Kryptowährungen, sogenannte ICOs, gewarnt. Das Investment sei hochspekulativ und ziehe Betrüger an.

Fehlende Beständigkeit

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht warnt in einer Presseerklärung ausdrücklich, auf den Kauf von Initial Coin Offerings (ICO) zu verzichten. Besser bekannt als Kryptowährungen ist die erfolgreichste Digitalwährung der Bitcoin. Der Kurs (an der Cyberbörse) stieg in diesem Jahr von anfangs 1.000 US-Dollar um über 700 Prozent. Dieser ist aber auch für seine Unbeständigkeit bekannt. Erst kürzlich ist der Kurs der Cyberwährung um 2.000 US-Dollar gefallen, um dann wieder um 900 US-Dollar zu steigen. Diese Unbeständigkeit ist nur ein Punkt vor dem die Finanzaufsicht schützen will.

ICOs sind höchst spekulative Investments. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass auch ein Totalverlust ihrer Investition möglich ist. Wie bei den meisten aktuellen Trends zieht das hohe öffentliche Interesse an  auch Betrüger an, so die BaFin.

Der Begriff Initial Coin Offering ist an den Begriff des Initial Public Offering (IPO) angelehnt, also einen Börsengang. Durch die begriffliche Nähe wird der Eindruck erweckt,  seien mit Aktienemissionen vergleichbar, was jedoch weder technisch noch rechtlich der Fall ist.

Kryptowährungen bleiben manipulierbar

Mit dem Investment in Kryptowährungen geht der Verbraucher eine große Anzahl von Risiken ein. Neben großen Preisschwankungen, besteht das Risiko „eines nicht liquiden oder gar nicht vorhandenen Zweitmarkts, auf dem Anleger die von ihnen jeweils erworbenen Tokens wieder veräußern können, um aus der Investition wieder gewinnbringend auszusteigen.“

Kryptowährungen werden besonders gern als Kapitalbeschaffung für undurchsichtige Projekte genutzt.  Identität, Seriosität und Bonität des Token-Anbieters sind leicht manipulierbar. „Die systembedingte Anfälligkeit von ICOs für Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erhöht das Risiko, dass Anleger das eingesetzte Kapital verlieren, auch aufgrund notwendiger Maßnahmen der Behörden gegen Betreiber oder sonstige Personen und Unternehmen, die in solche illegale Geschäfte einbezogen sind.“

Auch die europäische Börsenaufsicht ESMA warnt Verbraucher vor dem Einstieg in Kryptowährung. Es drohe ein Totalverlust. ICOs seinen „seien unreguliert, intransparent und technologisch ungetestet“. Kürzlich hatten China und Südkorea ICOs gänzlich verboten. Russland hingegen erwägt die Einführung von Kryptowährungen unter staatlicher Regulierung. Zuletzt erklärte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, dass sie an die Zukunft von Kryptowährungen glaubt.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen werden nicht von Zentralbanken reguliert und werden durch Algorithmen errechnet. Diese basieren auf der Blockchain-Technologie.

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbankstruktur bzw. ein digitales Register, das Transaktionen transparent verzeichnet. Jedes Register kennt sämtliche Transaktionen und vermeidet zum Beispiel doppelte Zahlungen. BTC-echo.de beschreibt Blockchain folgendermaßen:

Sie ist letztlich ein offen einsehbares Hauptbuch, das alle getätigten Transaktionen transparent dokumentiert. Dieses Hauptbuch wird nicht zentral abgelegt, sondern auf vielen verschiedenen Computern – den sogenannten Nodes – gespeichert und aktualisiert. Die dezentrale Ablage und der Prozess des Mining (Anm.: das Mining muss nicht bei jeder Blockchain vorkommen) sorgen dafür, dass eine Blockchain von keiner zentralen Autorität verwaltet werden muss. Bildlich kann man sich die Blockchain als eine Kette von Blöcken vorstellen, in denen jeweils Transaktionsdaten miteinander verknüpft werden. Die Transaktionen werden zu Blöcken zusammengefasst, auf Gültigkeit überprüft und in einem Prozess namens Proof-of-Work an die bisherige Kette von Blöcken angefügt.

(Titelbild/Quelle: Max Pixel)

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