Großbanken planen eigene Kryptowährung

Utility Settlement Coin (USC) – So soll die neue Krpytowährung heißen, die von mehreren Großbanken unterstützt wird und den Bitcoin vom Thron stoßen kann… soll und wird?

Seit 2015 unterstützt die Schweizer Großbank UBS das Projekt einer eigenen digitalen Währung zusammen mit dem Softwareunternehmen Clearmatics. Seitdem haben sich zehn Großbanken angeschlossen und unterstützen die einstige Idee, eine digitale Währung zu erschaffen, die anonyme und globale Finanztransaktionen ermöglicht – vor allem ohne jegliche Teilhabe von Banken. Das eben diese Banken sich diese Technologie zu Nutzen machen werden, war eine Frage der Zeit. Diese soll bis 2018 mit der Einführung von Utility Settlement Coin beantwortet werden.

Konsortium von elf Großbanken

UBS, anschließend Deutsche Bank, Banco Santander, BNY Mellon und NEX sowie zuletzt Barclays, Credit Suisse, die kanadische Imperial Bank of Commerce, HSBC, MUFG und State Street. Die Zusammenarbeit der großen Namen im Finanzsektor dürfte bei vielen Blockchain-Fans „na dann Gute Nacht, Bitcoin“-Gedanken hervorrufen.

„Blockchain-Technologie ist eine der ersten wirklich disruptiven Ideen aus dem Fintech-Sektor“, sagt Thomas Dapp, Deutschen Bank, Ende August des vergangenen Jahres gegenüber der Zeit. In den Augen der Schweizer UBS schafft Blockchain für den Finanzsektor die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten, wie das Internet für die Kommunikation. „Wir glauben, dass USC das Potenzial hat den Zahlungsverkehr effizienter zu gestalten und Risiken zu vermindern“, erklärt Emmanuel Aidoo, Blockchain-Chef bei der Credit Suisse in New York.

Börsengeschäfte sollen schneller werden

USC soll schnelle und sichere Börsenvorgänge ermöglichen. Bisher mussten Dividende, Aktienverkäufe und abgeschlossene Geschäfte erst mithilfe Clearinggesellschaften abgeschlossen werden. Tage vergehen bis Geld tatsächlich auf dem Konto liegt oder die Aktie den Besitzer wechselt. Dies soll sich durch USC ändern. Clearinggesellschaften sollen überflüssig gemacht werden. Das gegenseitige Auf- und Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen gleichen Partnern würde wegfallen. Die Utility Settlement Coin erlaubt es Banken somit gegenseitige Zahlungen schneller abzuwickeln als es heute noch der Fall ist.

Die Token (digitale Münzen) können direkt bei den Zentralbanken gegen bereits hinterlegtes Bargeld eingetauscht werden. Dadurch sparen die Banken gegenüber dem traditionellen Clearing Zeit, Kosten und Kapital. Gegenüber der Financial Times (in ihrer Donnerstagsausgabe) sagte UBS-Fintech-Chef Hyder Jaffrey, dass die Marktreife Ende 2018 vollzogen werden soll.

Credit Suisse teilte in der Nacht auf Freitag in New York mit, dass das USC-Projekt als Lernerfahrung und als Sprungbrett für eine durch die Zentralbank gestützte Digitalwährung dienen kann. Die neue Währung habe das Potenzial, den Handel zu straffen und Risiken zu reduzieren. Aber eben auch die Konkurrenz in Windeseile vom Markt zu drängen. Müssen Bitcoin und Co. zittern?

Die Blockchain-Technologie wird von vielen Seiten kritisch wahrgenommen. Neben möglichen Vorteilen, sehen Kritiker viele Nachteile in Form von Betrugsmöglichkeiten oder sogar als Vorreiter der Bargeldabschaffung.

Dirk Müller, auch bekannt als Mr. DAX und Finanzexperte in vielen Interviews des Nachrichtensenders n-tv, deutete vor einigen Wochen an, dass Bitcoin nichts weiter als eine hippe Erfindung und Vorbereitung sei, das Bargeld abzuschaffen und nicht, wie die Legende besagt, 2008 vom Pseudonym Satoshi Nakamoto erschaffen, um ein von Banken unabhängiges Währungssystem inmitten der Finanzkrise anzubieten.

Man wird sehen, wie sich der USC entwickelt. Sollte es den Großbanken gelingen, einen Marktführer zu entwickeln, der Bitcoin und andere Kryptowährungen vom Markt drängen könnte, wird der Aufschrei noch höher ertönen. Banken, die eine eigene digitale Währung verwalten, dürfte aufgrund der Macht, die diese inne hätten, nicht nur die Angst vor der Bargeldabschaffung immens steigen lassen.

Was ist Blockchain?

Die neue Währung basiert auf der Blockchain-Technologie. Dieselbe die auch für Bitcoins Höhenflug verantwortlich ist. Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbankstruktur bzw. ein digitales Register, das Transaktionen transparent verzeichnet. Jedes Register kennt sämtliche Transaktionen und vermeidet zum Beispiel doppelte Zahlungen. BTC-echo.de beschreibt Blockchain folgendermaßen:

Sie ist letztlich ein offen einsehbares Hauptbuch, das alle getätigten Transaktionen transparent dokumentiert. Dieses Hauptbuch wird nicht zentral abgelegt, sondern auf vielen verschiedenen Computern – den sogenannten Nodes – gespeichert und aktualisiert. Die dezentrale Ablage und der Prozess des Mining (Anm.: das Mining muss nicht bei jeder Blockchain vorkommen) sorgen dafür, dass eine Blockchain von keiner zentralen Autorität verwaltet werden muss. Bildlich kann man sich die Blockchain als eine Kette von Blöcken vorstellen, in denen jeweils Transaktionsdaten miteinander verknüpft werden. Die Transaktionen werden zu Blöcken zusammengefasst, auf Gültigkeit überprüft und in einem Prozess namens Proof-of-Work an die bisherige Kette von Blöcken angefügt.

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