Gold in Nordkorea – Lang‘ nichts mehr gehört!

 

Gold in Nordkorea? Das Edelmetall und andere Rohstoffe lassen das totalitäre Land von einem wachsenden Wirtschaftszweig träumen. Bisher blieb es aber nur bei einem Traum.

Große Mengen Gold in Nordkorea generell möglich

Wahrheitsgetreue Wirtschaftsnachrichten aus Nordkorea sind selten. Auch die Angaben um die Vermögenswerte des Landes um Kim-Jong Un sind nicht genau bekannt. So machen die wenigen Nachrichten aus dem Finanzsektors Nordkoreas besonders hellhörig. Eine der Fragen auf dem Goldmarkt war, ob und in welchen Mengen es Gold in Nordkorea gibt. Auch in welchem Umfang die nationalen Goldschöpfungsmöglichkeiten bestehen. Schließlich besteht Nordkorea zu 85 Prozent aus Bergen. Gold könnte also in größeren Mengen vorhanden sein, als dies bisher vermutet wurde.

In den letzten Jahren ist man vermeintlich etwas schlauer geworden. Nordkorea verschließt sich nicht mehr komplett und arbeitet angeblich an seiner globalen Ausstrahlung. Investoren sollen nicht mehr abgeschreckt werden, hieß es. Denn Nordkorea sitzt nach eigenen Aussagen vom Jahr 2013 auf einem großen Goldberg, der dem Land Billionen Dollar einbringen könnte. Was ist seitdem passiert?

Enorme Mengen Edelmetall und seltene Erden

Schon 2013 meldete man in Nordkorea Gold, Silber, Kupfer Blei, Zink, Eisen und seltene Erden in enormen Mengen. Neben den genannten (Edel-)Metallen sollen auch Eisenerz, Molybdän, Magnesit, Steinkohle in höchster Qualität gefunden worden sein. 200 Mineralien sollen in den Bergen Nordkoreas vorhanden sein. Die zweitgrößten Magnesit-Vorkommen sollen dort lagern und die sechstgrößte Menge an Wolfram. Über 200 Millionen Tonnen an seltenen Erden sollen es sein. Die damit höchste bekannte ungeförderte Menge auf der Welt. Wie ernst man solche Aussagen aber nehmen kann, bleibt weiter ungewiss. Unbestätigte Angaben bezifferten den Wert auf sagenhafte sechs Billionen US-Dollar. (Zu) Große Zahlen. Schnell wuchs auch die Skepsis.

Keine Umsetzbarkeit

Das 3sat-Magazin makro sprach bereits 2014 mit dem Nordkorea-Experten Rüdiger Frank. Dieser sieht Nordkoreas Wirtschaft aufgrund des angeblichen Vorkommens an Bodenschätzen als „ungeschliffenen Diamanten“. Was dem Land jedoch fehlt, ist der Wille zum Wachstum. Nordkorea kann seine Vorkommen ohne Partner nicht stemmen. Trotz der im Vergleich guten Ausbildung der Nordkoreaner fehlt es einfach an der notwenigen Technologie und Infrastruktur, um das Milliardenschwere Vorhaben umzusetzen. Ohne Partnerschaften und die Öffnung für ausländische Investoren kann das hermetisch abgeschottete Land keinen Gewinn aus seinen Vorkommen ziehen. Dass man aber auch unter einer sozialistischen Diktatur dennoch zu einem Wirtschaftsriesen werden kann, zeigt der große Nachbar China, mit dem man sich 1.400 Kilometer Landgrenze teilt.

China, der bereits größte globale Produzent von seltenen Erden, würde liebend gerne auch die Vorkommen Nordkoreas und dessen natürliche Goldreserven schöpfen. Auch Firmen aus Südkorea, Deutschland, Taiwan und Japan sollen bereits als Investoren Interesse angemeldet haben. Doch seitdem sind bereits Jahre vergangen. Nordkorea schreckt nach wie vor ab. Wenn es nicht die politische und humane Ausrichtung des Landes ist, ist es sein mangelndes Kooperationsverhalten und überzogene Erwartungshaltung. Nordkorea sieht Ausländer als „als die sprichwörtliche Kuh, die bei jeder Gelegenheit kräftig zu melken ist, ohne Rücksicht auf langfristige Beziehungen. Man zieht den mageren Spatz in der Hand oft noch der fetten Taube auf dem Dach vor“, so Rüdiger Frank.

Zweifel wurden lauter

Was ist also seit 2013 passiert? Nichts! Die Umsetzbarkeit ist unter Nordkoreas Regime wohl nicht gegeben. Auch werden Zweifel erhoben, ob es das riesige Vorkommen überhaupt gibt. Bereits ein Jahr nach Nordkoreas Behauptung zweifelte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) an dessen Seltene Erden-Vorkommen. Auch andere Quellen bezweifelten den riesigen Fund. Weitere Tests wurden oder durften nicht durchgeführt werden.

Und selbst die bisherige Menge an Edelmetallen und seltenen Erden mit denen Nordkorea handelt wird immer geringer, je mehr Sanktionen gegen das diktatorische Land angeordnet werden. Zuletzt wurden seltene Erden im Frühjahr 2016 sanktioniert. Da Nordkorea jedoch nicht von seinen Atomtests abrückt, wird es wohl sehr lange dauern bis man tatsächlich erfährt, wieviel und ob überhaupt Gold und seltene Erden sich in Nordkorea befinden.

Ob sich Kim-Jong Un aus Eitelkeit und seiner Abneigung gegen die westlichen Werte einen so großen Schatz entgehen lässt, nur um nicht mit westlichen oder südkoreanischen Firmen zusammenarbeiten zu müssen? Oder sind es mal wieder übertriebene Propaganda-Nachrichten gewesen, es gäbe ein riesiges Vorkommen an seltenen Erden und Gold in Nordkorea, denen vor ein paar Jahren mehr Menschen Glauben geschenkt haben, als es sonst der Fall war?

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