Global Wealth Report: Immer mehr Millionäre und Ungleichheit

Global Wealth Report 2017: Weltweites Vermögen wächst innerhalb zehn Jahre um 27 Prozent. Der globale Reichtum steigt immer weiter und ungleicher. Auch die Zahl der Millionäre wächst, so die Erkenntnis der alljährlichen Studie der Credit Suisse.

Das Vermögen wächst – Nur nicht überall

Das durchschnittliche Vermögen pro Kopf erhöhte sich weltweit um 4,9 Prozent – neuer Spitzenwert. In Europa steigerte sich das durchschnittliche Vermögen pro Kopf im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 % auf 115.000 Euro bzw.  135.163 US-Dollar. Nur Nordamerika (8,8%) und Indien (7,9%) stiegen prozentual höher. Chinas Durchschnittsvermögen stieg um 5,6 Prozent auf 23.000 Euro. Das Afrika nicht auf den vorderen Plätzen auftaucht war zu erwarten, nicht aber, dass der durchschnittliche Reichtum der Menschen sogar um zwei Prozent auf 3.560 Euro schrumpfte.

Das Credit Suisse Research Institute veröffentlichte kürzlich seinen jährlich erscheinenden Global Wealth Report 2017. Laut der achten Ausgabe der Studie stieg das globale Vermögen bis Mitte des Jahres auf rund 280 Billionen US-Dollar. In den letzten zwölf Monaten bis Mitte 2017 wuchs das weltweite Vermögen um 16,7 Billionen US-Dollar bzw. 6,4 Prozent. 2.343 neue Millionäre in einem Jahr. Insgesamt sind es nun 36.050 Erdenbürger, die über eine Million US-Dollar besitzen.

„Dies ist vor allem auf Gewinne an den Aktienmärkten und Preissteigerungen bei Sachwerten zurückzuführen, die in diesem Jahr erstmals über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2007 lagen“, so die Credit Suisse.

Immer mehr deutsche Millionäre

Dadurch besitzt jeder Erwachsene weltweit im Durchschnitt – inklusive Immobilien und abzüglich Schulden – 48.000 Euro bzw. 56.540 US-Dollar. Dieser Wert verteilt sich natürlich anders und leider geht die Schere immer weiter auseinander. In Deutschland halten nur sieben Prozent Aktien und die Hälfte lebt zur Miete. Durch die Gewinne steigt die Zahl der deutschen Millionäre. Fünf Prozent aller Millionäre kommen aus Deutschland. Zwei Millionen Menschen in Deutschland besitzen mindestens eine Million US-Dollar. Im Zeitraum der Berechnung sind 237.000 dazu gekommen. Das ist weltweit gesehen der zweitstärkste Wachstum. Laut der Studie wird dieser Trend bis 2022 anhalten. „In fünf Jahren könnten demnach über 2,2 Millionen Millionäre in Deutschland leben – das ist eine weitere Steigerung um 14 % im Vergleich zu heute.“

Auch die Anzahl der Superreichen vergrößerte sich. Um als „superreich“ zu gelten, muss man ein Vermögen von mehr als 50 Millionen US-Dollar seins nennen. Das können nun 500 Menschen mehr als im Vorjahr – insgesamt 7.200 Superreiche leben in Deutschland. Nur China und Nordamerika hat mehr Superreiche, so die Erhebung des Global Wealth Report 2017.

Im durchschnittlichen Vermögen konnte Deutschland zwar um 8 Prozent  (2016: 2,8 %) auf 174.000 Euro pro Kopf ansteigen lassen, liegt damit weltweit aber dennoch „nur“ auf Platz 18 (2016: Rang 19; 2015: Rang 21). Die Reichen können investieren und werden reicher. Der Durchschnittsdeutsche kann sich solche Investments nicht leisten.

Immer reicher und immer ärmer

Zu beobachten ist die Schere zwischen Arm und Reich am mittleren Vermögen. Dieses stellt den Betrag dar, ab welchem die eine Bevölkerung mehr (Reich) und die andere Hälfte weniger (Arm) verdient. Bei einer gerechten Verteilung würde der Betrag das Durchschnittsvermögen widerspiegeln. In Deutschland liegt der Betrag bei 40.000 Euro. Das Durchschnittsvermögen liegt mit 174.000 mehr als vier Mal höher. 2010 lag der Wert von bei 50.000 Euro. Die Verteilung geht also deutlich auseinander. Und zwar auf der ganzen Welt.

Laut Global Wealth Report besitzen die oberen zehn Prozent 86 Prozent des weltweiten Vermögens. Nicht einmal ein Prozent (0,7%) der Menschen auf der Welt sind Millionäre. 70 Prozent hingegeben besitzen wenig bis Nichts. Seit 2000 erhöhte sich die Zahl der Millionäre weltweit um 170 Prozent und die der Superreichen um das Fünffache! Und während sich die Zahl der 70 Prozent bis 2022 nicht ändert wird, sollen 22 Prozent mehr Superreiche hinzukommen.

„Noch bemerkenswerter ist der Wandel im UHNWI-Segment. Auf die Schwellenländer entfielen 6 % dieses Segments im Jahr 2000, aber 22 % der seitdem hinzugekommenen UHNWIs (24’500 Personen). Von diesen leben schätzungsweise 17’700 in China, was 15 % der weltweit neu hinzugekommenen UHWNIs entspricht. Bis 2022 dürfte die Zahl der UHNWIs um 45’000 auf 193’000 Personen steigen.“

Global Wealth Report: „Millennials“ arm dran

Die Vermögensschere geht auch zwischen Jung und Alt auseinander. Im Vergleich zur Vorgängergeneration, den Babyboomern, haben es die Millennials, zwischen 1980 und 2000, schwerer in höhere Einkommensgruppen zu kommen als früher. Geringeres Einkommen und hohe Immobilienpreise lassen das Vermögen bei Jung und Alt auseinander gehen. Die Babyboomer von 1946 bis 1964 konnten von einem deutlich höheren wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.

„Diese Generation war nicht nur von Kapitalverlusten durch die globale Finanzkrise betroffen, sondern in der Folge auch unmittelbar von Arbeitslosigkeit, erhöhter Einkommensungleichheit sowie höheren Immobilienpreisen, verschärften Hypothekarregeln und in einigen Ländern einem beträchtlichen Anstieg der Studienschulden. Auch der Zugang zu Altersvorsorge wird mit grösseren Herausforderungen verbunden sein als bei ihren Vorgängern.

Die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die Vermögen und weitere Herausforderungen für Millennials  zeigen sich beispielsweise darin, dass nach jüngsten Daten für die USA das durchschnittliche Vermögen der 30- bis 39-Jährigen (USD 72’400) im Jahr 2017 46 % unter dem Vermögen lag, das diejenigen im selben Alter hatten, die 2017 zwischen 40 und 49 Jahre alt waren (USD 134’800)“, so der Global Wealth Report.

(Titelbild/Quelle: Max Pixel)

Eine Antwort auf „Global Wealth Report: Immer mehr Millionäre und Ungleichheit“

Ihre Meinung?