FED, Bundesbank, Nobelpreisträger: Neue Warnungen vor Bitcoin

Finanzexperten sprechen erneute Warnungen vor Bitcoin aus. Wie riskant ihr Investment ist, zeigte die Kryptowährung diese Woche mit einer Berg- und Talfahrt.

Rekord und Kursverlust

Dass Kryptowährungen kritisiert werden, ist nichts Neues. Diese Woche machte die bekannteste Digitalwährung ihrem Risikoimage alle Ehre. Nach dem Allzeithoch verlor Bitcoin innerhalb eines Tages 20 Prozent an Wert. Für Experten ist es ein weiterer Anlass Warnungen vor Bitcoin auszusprechen.

Die Kryptowährung wächst und es ist kein Ende in Sicht. Kürzlich stieg der Kurs (auf einer Kryptobörse) auf 11.000 Dollar – ein Wachstum um 1000 Prozent innerhalb dieses Jahres! Zu Beginn des Jahres sah es hingegen für die Digitalwährung noch düster aus. Doch so sehr der Aufstieg aus glänzen mag, bleibt der Bitcoin ein hochriskantes Unterfangen. Denn kurz nach den Knacken der 11.000-Dollar-Grenze fiel der Kurs von Bitcoin wieder um 20 Prozent. Anschließend rehabilitierte sich der Kurs wieder.

Zum Kurseinbruch sagte Charles Hayter, Gründer vom Analysehaus cryptocompare.com, dass „der Markt volatil ist, deswegen können die Bewegungen in beide Richtungen ausschlagen“. Für herkömmliche Währungen ist das ein unvorstellbares Szenario. Eine Wertstabilität sieht anders aus.

Bundesbank setzt Warnungen vor Bitcoin fort

Dieser Meinung ist auch Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele gegenüber der Süddeutschen Zeitung: Der Bitcoin ist eine spekulative Anlage“, sagt Thiele. Von einer echten Währung könne man nicht sprechen. Bitcoin würden nämlich nur selten dazu genutzt, Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. „Die Besitzer horten ihre Bitcoins und hoffen auf Wertsteigerungen – das ist eine riskante Spekulation“.

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Thiele, dass durch ein Investment in die Kryptowährung der Totalverlust drohe.  „Geld definiert sich aus der Erfüllung dreier Funktionen“, sagt Thiele der NOZ. „Es dient als Zahlungsmittel, als Wertaufbewahrungsmittel und als Recheneinheit. Die Eigenschaften sind nicht unabhängig voneinander.“ Bitcoin erfülle bislang „keine der drei Geldfunktionen im ökonomisch relevanten Maße, weil es nicht über eine Nische hinausreicht und extrem wertinstabil ist.“

Fed fürchtet Kriminalität

Bei den Warnungen vor Bitcoin blick die Federal Reserve in die Zukunft und erklärt die langfristigen Gefahren durch digitale Währungen. Der Fed-Bankenaufseher Randal Quarles sagt, dass Kryptowährungen zurzeit keine Auswirkung auf die Stabilität des Finanzsystems haben. Sollten sich diese jedoch großflächig ausbreiten, würden Kryptowährungen wie Bitcoin zu Problemen führen. Es bestehe die Gefahr von Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Cyberattacken.

Elisabeth Roegele, Chefin der Wertpapieraufsicht der BaFin, warnt vor „Spekulanten und windige Geschäftemacher auf dem Markt“, die immer wieder Kursschwankungen auslösen werden.

Bitcoin-Verbot gefordert

Bloomberg sagte der Wirtschaftsnobelpreisträger und ehemaligen Weltbank-Chef Joseph E. Stiglitz, dass Bitcoin „keinerlei sinnvolle soziale Funktion erfüllen“. Den Erfolg von Bitcoin sieht er aufgrund der fehlenden Regulierung und des Potenzials, staatliche Kontrolle zu umgehen. Er fordert ein Bitcoin-Verbot. Kryptowährungen soll von staatlicher Hand reguliert werden.

Auch Andreas Treichl, Chef der Erste Group, sagte gegenüber Bloomberg, dass die Zentralbanken den Bitcoin stoppen werden, sollte er 20.000 oder 30.000 Dollar überschreiten und die Kontrolle verlieren.

Trotz aller Warnungen vor Bitcoin geht der Hype weiter. Dem Kurier zufolge will neben der „weltgrößten Terminbörse CME Insidern zufolge auch der Konkurrent Nasdaq einen Future auf die Cyber-Devise auflegen. Die Einführung sei für 2018 geplant. Die CME will mit ihrem Kontrakt bereits im Dezember starten. Ihre Rivalin CBOE arbeitet an ähnlichen Plänen.“

Anfang des Jahres wurde der Antrag auf einen Bitcoin-ETF von der Börsenaufsicht SEC noch abgelehnt.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen werden nicht von Zentralbanken reguliert und werden durch Algorithmen errechnet. Diese basieren auf der Blockchain-Technologie.

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbankstruktur bzw. ein digitales Register, das Transaktionen transparent verzeichnet. Jedes Register kennt sämtliche Transaktionen und vermeidet zum Beispiel doppelte Zahlungen. BTC-echo.debeschreibt Blockchain folgendermaßen:

Sie ist letztlich ein offen einsehbares Hauptbuch, das alle getätigten Transaktionen transparent dokumentiert. Dieses Hauptbuch wird nicht zentral abgelegt, sondern auf vielen verschiedenen Computern – den sogenannten Nodes – gespeichert und aktualisiert. Die dezentrale Ablage und der Prozess des Mining (Anm.: das Mining muss nicht bei jeder Blockchain vorkommen) sorgen dafür, dass eine Blockchain von keiner zentralen Autorität verwaltet werden muss. Bildlich kann man sich die Blockchain als eine Kette von Blöcken vorstellen, in denen jeweils Transaktionsdaten miteinander verknüpft werden. Die Transaktionen werden zu Blöcken zusammengefasst, auf Gültigkeit überprüft und in einem Prozess namens Proof-of-Work an die bisherige Kette von Blöcken angefügt.

Wollen Sie Ihr Erspartes sichern? Investieren Sie in Gold

„Gold ist Geld, alles andere ist Kredit“, sagte einst der Gründer der amerikanischen Bank J.P. Morgan. Die schwellende Sorge vor einem möglichen Bargeld– oder Goldverbot und einer nahenden Wirtschaftskrise, lässt Anleger wieder vermehrt in Gold investieren. Kein Wunder – Schließlich gewährt keine Wertanlage so eine Sicherheit wie das gelbe Edelmetall. Das wissen auch immer mehr Privatanleger.

Das World Gold Council hat Deutschlands Entwicklung im Goldinvestment unter die Lupe genommen und einen Boom der letzten zehn Jahre festgestellt. Die Gründe sind simpel und naheliegend: Die Deutschen wollen ihr Erspartes schützen, ihr Misstrauen gegenüber Banken wächst, sie kennen sich mit Währungskrisen aus und der Zugang zu Gold ist einfacher geworden.

Wenn Sie sich auch für die Krisenwährung schlechthin interessieren, aber nicht wissen wie Sie vorgehen sollen, möchten wir Ihnen hier einige Tipps geben.

(Titelbild/Quelle: Max Pixel)

 

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