Im November des vergangenen Jahres wurden in Indien über Nacht die zwei häufigsten Banknoten, die zusammen 80 Prozent der Finanztransaktionen ausmachen, verboten. Händler und Unternehmer sollten ins Banksystem gezwungen werden, um von Ihnen noch mehr Steuern abzweigen zu können, so Jeff Paul in seinem sehr kritischen Beitrag auf activistpost.com.

Indien vor einem Goldverbot?

Nun hat Indien, unter dem Deckmantel der „verbesserten Transparenz“ und der Bildung eines „gemeinsamen Marktes“, begonnen, Gold mit neuen Steuern, Regulierungen und Anreizen zu belegen, damit seine Bevölkerung ihr nicht deklariertes Gold in den Finanzsektor fließen lässt.

Als die indische Regierung das Bargeldverbot erteilte, wurden ungefähr 86 Prozent der indischen Wirtschaftstätigkeiten in bar abgeschlossen. Was vermutlich auch den Goldhandel beinhaltet, der 19 Milliarden US-Dollar pro Jahr umsetzt. Auch hier scheint es, als wolle Indien Regierung (Zentralbank) einen größeren Einschnitt, um die Vermögenswerte der Bevölkerung besser nachverfolgen zu können.

Bloomberg berichtet, dass die indische Regierung mit ausgewählten Gold-Händlern zusammenarbeitet, um einen vollständigen Umbau ihrer Goldpolitik zu planen – übersetzt bedeutet das „Kontrolle, Regulierung und Steuern“:

„Indien, das mit China als Top-Konsument von Goldbarren konkurriert, arbeitet an neuen Richtlinien, die die Transparenz verbessern und dazu beitragen, seine 19-Milliarden-Dollar-Goldschmuckindustrie zu erweitern. Die Pläne, die von den Finanz- und Handelsministerien zusammen mit Industriegruppen ausgearbeitet werden, sollten bis Ende März abgeschlossen sein, so die um Verschwiegenheit bittenden Insider-Quellen.

Das Regulieren des Goldpreis und der Goldausgabe, welches die Goldversorgung transparenter macht, wird ebenso in Betracht gezogen wie ein höheres Reinheitsgebot. Eine zehnprozentige Senkung der Einfuhrsteuer, die auf den Goldschmuggel abzielt, könnte eingeführt werden. Zudem beinhalten die Pläne eine eigene Bank für die Schmuckindustrie.

Die Modernisierung der unorganisierten und fragmentierten Goldschmuckindustrie Indiens soll das Vertrauen der Konsumenten stärken, bei denen die Gabe von Gold bei Hochzeiten und festlichen Bräuchen sowie als Investition tief verwurzelt ist. Erhöhte Qualitätstandards sowie ein einfacherer Herkunftsnachweis sind Wege, Vertrauen zu schaffen.“

Neben der Einführung einer zehnprozentigen Einfuhrsteuer auf Gold, welche von der Regierung in Anbetracht des Goldschmuggels erklärt wurde, hat Indien vor kurzem eine dreiprozentige landesweite Waren- und Dienstleistungssteuer auf Gold veranschlagt, die am 01. Juli 2017 in Kraft treten wird.

Dankbare Handlanger feierten die Bekanntgabe als „niedriger als erwartete Rate“ und als Schaffung eines „gemeinsamen Marktes“, berichtete Bloomberg:

„Ketan Shroff, Sprecher der India Bullion and Jewelers Association Ltd, sagte, dass Indiens Regierung die Steuer auf drei und nicht auf die erwarteten fünf Prozent ansetzte. Die Waren- und Dienstleistungssteuer, die ab dem 1. Juli eingeführt werden soll, wird mehr als ein Dutzend inländischer Abgaben einschließlich der Verbrauchsteuer und der staatlichen Tarife ersetzen und Indien zum ersten Mal in einen gemeinsamen Markt führen.“

Wenn du ein Tyrann bist, der die Macht über eine Branche zentralisieren will, verängstige zuerst die großen Unternehmen, sodass diese in dein Kartell einwilligen. Dann beseitige die regionalen Marktführer, während die eigenen Vorschriften und Steuern vorangetrieben werden. Aber nenne es „einen gemeinsamen Markt“ und „die Transparenz zu verbessern, um sie zu schützen“. Klappt jedes Mal. Der letzte Schritt ist, die Nicht-Einhaltung von bewaffneten Männer strafrechtlich verfolgen zu lassen.

Die Schaffung eines Spotmarktes und einer eigenen Bank für Goldschmuck (wie oben beschrieben) scheint eine Maßnahme zu sein, die das Mitwirken der Regierung eigentlich überhaupt nicht erfordert. Außer das eigentliche Ziel ist, die zivilen undeklarierten Vermögenswerte zurückzuverfolgen und zu speichern.

Bloomberg macht deutlich, dass die neuen Richtlinien darauf abzielen, die Bürger dazu zu ermutigen, ihr „untätiges Gold“ dem Finanzsystem zu überlassen:

„Die Regierung ist darum bemüht die zivilen Goldvorräte zu bekommen, um diese zu recyclen und somit die Nachfrage auf Goldimporte zu reduzieren. Die im November 2015 gestartete Umsetzung der Monetarisierung der undeklarierten Edelmetalle in der indischen Bevölkerung zielt darauf ab, schätzungsweise 20.000 Tonnen Gold in das Finanzsystem zurückzuführen.“

Dies erinnert an eine abgeschwächte Version von Franklin D. Roosevelts Executive Order 6102, die das Horten von Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikaten innerhalb der Vereinigten Staaten verbot und den Besitz von Gold kriminalisierte. Die Bevölkerung war gezwungen, ihr Gold gegen eine festgelegte Menge an US-Dollar umzutauschen. Abzuwarten bleibt, wie weit die indische Regierung gehen wird.

Die Credit Suisse bestätigte, dass die jüngsten Schritte in Indien dazu gemacht worden sind, den Goldhandel in das Bankensystem zu zwingen, um der Regierung eine bessere Verfolgung und Besteuerung der Goldindustrie zu ermöglichen.

Das entspricht dem, was die Credit Suisse Group AG-Analysten Arnab Mitra und Rohit Kadam schon im Vorfeld der kommenden Veränderungen in der indischen Goldindustrie verlauten ließen: „In den nächsten zwei bis drei Jahren soll die neue Steuer allmählich kleinere, unregulierte Händler zwingen, Steuern an seine Kunden weiterzugeben und nehmen Ihnen somit den Preisvorteil, den sie gegenüber großen nationalweit agierenden Goldunternehmen hatten.“

Hier hast du es. Die Agenda der bargeldlosen Kontrolle wurde offenbart. Es gibt keine wirtschaftliche Tätigkeit außerhalb der staatlichen Kontrolle. Kartelle, die brav mitspielen, werden mit mehr Marktanteil belohnt.

Es bleibt abzuwarten, ob eine bereits wütende indianische Bevölkerung überzeugt werden kann, ihre Tradition des Goldhortens und Verschenkens aufzugeben.

Der Text von Jeff Paul erschien im Original auf activistpost.com

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