Eine neue Studie schlägt Alarm. Immer mehr Elektroschrott landet auf dem Müll. 2016 waren es 45 Millionen Tonnen. Auch der Goldanteil wächst.

Die Internationalen Fernmeldeunion (ITU), eine Organisation der Vereinten Nationen, hat zusammen mit der International Solid Waste Association eine Studie zum Thema Elektroschrott veröffentlicht. Der Studie nach haben sich 2016 44,7 Tonnen elektronischer Müll angehäuft. Acht Prozent mehr als in der letzten Studie 2014. Jeder Mensch der Welt trägt im Durchschnitt mit sechs Kilogramm dazu bei. Nur ein Fünftel des Mülls wird aktuell wiederverwendet. Obwohl in einer Tonne alter Handys sogar ungefähr 250 Gramm Gold stecken. Somit landeten im vergangenen Jahr 500 Tonnen Gold im Wert von 18,8 Milliarden Euro, sowie 1.600 Tonnen Silber im Wert von rund 900 Millionen Euro auf der Müllhalde.

Der gesamte Wert von Gold, Silber, Kupfer, Platin und Palladium aus allen elektronischen Geräten summiert sich laut der Studie auf geschätzte 55 Milliarden Dollar (46,8 Milliarden Euro). „Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der meisten Staaten der Welt.“ Die Forscher erwarten, dass sich der Müllberg bis 2021 sogar auf 52,2 Millionen Tonnen anhäuft – pro Jahr.

Elektroschrott bedroht die Umwelt

Die Studie macht die Wegwerfgesellschaft am übermäßigen Elektroschrott verantwortlich. Es wird eher Neues gekauft, als das Alte zu reparieren. An vorderster Front der größten elektronischen Müllberge liegt China. Das Land ist das bevölkerungsdichteste und verfügt über eine große Nachfrage und Industrie zugleich. Mit 28,5 Tonnen produzieren die Norweger pro Kopf betrachtet den meisten Elektromüll. Ein Afrikaner entsorgt hingegen nicht einmal zwei Kilo im Jahr. Natürlich spiegelt sich hier auch der verteilte Wohlstand auf der Erde wider. Doch auch in Entwicklungsländern steigt der Müllberg. Dort stieg die Kaufkraft seit 2000 am stärksten. Somit werden bei den Ärmsten verhältnismäßig die meisten Elektrogeräte erworben.

Immerhin gebe es Fortschritte bei der Gesetzgebung im Umgang mit weggeworfenen Handys, Laptops, Fernsehern, Kühlschränken und aller Geräte mit einem Stecker oder Batterien: 67 Staaten haben nun Vorschriften für die Abwicklung von Elektroschrott. Das sei ein Plus von 44 Prozent gegenüber 2014.

Dass Gesetze jedoch nicht optimal umgesetzt werden, zeigt die Deutsche Umwelthilfe. Laut der DHU wird die EU-Rücknahmequote von 45 Prozent für 2016 um 40 Prozent verfehlt. Auch die Quote von 65 Prozent für 2019 sei nicht realistisch. Laut DHU habe Deutschland die EU-Richtlinien nur halbherzig umgesetzt, denn nur die großen Elektronikgeschäfte wurden zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet, jedoch nicht die Discounter.

(Titelbild/Quelle: Max Pixel)

 

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