Dank des Doppelbesteuerungsabkommen können ehemalige Beamte ihre Pension in Portugal steuerfrei beziehen, während deutsche Auswanderer ihre Rente in Deutschland versteuern lassen müssen. Der Bund der Steuerzahler fragte beim Bundesfinanzministerium bezüglich des fast 40-jährigen Steuerparadieses nach.

Doppelbesteuerungsabkommen seit 40 Jahren

1980 wurde das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Portugal beschlossen. Das Tor zum Steuerparadies wurde geöffnet, wenn man denn Zeit seines Berufslebens als Beamter tätig war. Der Bund der Steuerzahler erklärt: „Denn wer aus dem Ausland in das Land zieht, kann unter bestimmten Voraussetzungen den steuerlichen Sonderstatus als „residente não habitual“ erhalten. Danach werden auf Einkünfte aus dem Ausland für zehn Jahre keine Steuern fällig. Dies gilt auch für deutsche Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Betriebsrenten und Pensionen. Weil Portugal auf sein Besteuerungsrecht verzichtet, holt sich der deutsche Staat dieses allerdings zurück – aber nur für die gesetzlichen Renten!“ Kurz gefasst: Deutsche Rentner, die in Portugal ihren Lebensabend verbringen, zahlen auf ihre Rente in Deutschland Steuern. Pensionäre nicht.

Neues Abkommen in Planung

Nicht nur der Bund der Steuerzahler findet das ungerecht. Seit Jahren ist der Umstand bekannt und auch die Medien greifen das Thema immer wieder mal auf. Doch passiert ist eigentlich nichts. Darum hakte der Verband nun beim Bundesfinanzministerium nach und erhielt auch eine Antwort: Es handele sich um Einzelfälle. Ebenso werde ein neues Doppelbesteuerungsabkommen vorbereitet, das die Besteuerung aller aus Deutschland stammender Altersbezüge sicherstellt – egal, ob es sich um Renten aus der gesetzlichen Sozialversicherung, Pensionen oder Betriebsrenten handelt.

Somit bleibt abzuwarten, ob das Steuerparadies für Ex-Beamte weiterhin genossen werden kann oder ob das Ministerium nach knapp 40 Jahren tatsächlich gegen die unfaire Besteuerung von Rentnern und Pensionären vorgeht.

4 Antworten

  1. Es kann sehr günstig sein, in Portugal zu leben. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Portugal führte zu 0% Steuer bis zum 01.04.2020 und kann derzeit bei ca. 10% pauschaler Steuerzahlung liegen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten, die den eigenen Steuersatz im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in Portugal berücksichtigen, beantwortet sicherlich gern ein spezialisierter Anwalt, z.B. https://anwalt-portugal.de/rnh-sonderstatus/

  2. Hallo, ein sehr interessanter Beitrag.
    Von wann ist er denn?
    Nebenbei: das Wort: hackte kommt nicht von: hacken, etwa vom Holz hacken. Es wird nichts in Teile gehackt,
    sondern es kommt vom Haken, der gesetzt wird. Es heisst also: hakte.
    Besten Dank
    Mit freundliche Grüßen
    Werner Rögele

    1. Lieber Herr Rögele,
      vielen Dank für den wichtigen Hinweis! Tja, Schreibfehler passieren halt, aber man freut sich, wenn gelesen wird, was geschrieben wurde. Ich habe das „Hacken“ sofort in da gemeinte Nach“haken“ geändert.
      Von wann genau der Artikel ist, kann ich Ihnen im Moment nicht sagen, jedoch aktuellen Ursprungs.

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