Bedingungsloses Grundeinkommen: US-Wirtschaft könnte um Billionen Dollar wachsen

Das bedingungslose Grundeinkommen – Laut einer neuer Studie wäre dies ein Gewinn für die Wirtschaft. Die Studie bietet jedoch Streitpunkte.

Neue Studie fällt sehr positiv aus

Das Roosevelt Institutes hat in seiner Studie die Auswirkungen eines solchen Vorhabens auf die USA analysiert. Die Studie kam zu der Erkenntnis, dass wenn jeder amerikanische Volljährige 1.000 US-Dollar monatlich erhalten würde, dies zu einem Wirtschaftswachstum von maximal 13,1 Prozent innerhalb der nächsten acht Jahre führen könnte.

Das Institut schlug zwei Szenarien zur Finanzierung des Bedingungslosen Grundeinkommens vor. Entweder über die Staatsschulden. Diese Variante würde das Wirtschaftswachstum um bereits angesprochene 12,56 bis 13,1 Prozent steigen lassen. In absoluten Zahlen: 2,5 Billionen US-Dollar. Die zweite Variante, wäre die Erhöhung von Steuern. Damit würde man zwar nur um 2,62 Prozent innerhalb acht Jahre wachsen, hätte jedoch den Vorteil einer sinkenden Staatsverschuldung um immerhin 1,4 Prozent. Diese liegt bereits bei weit über 20 Billionen US-Dollar und wächst um über 35.000 US-Dollar pro Sekunde! Neben dem Stop und sogar Minderung der Staatsschulden, hätte die zweite Variante, ebenso wie Variante 1,  zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit sinkt.

Die Studie erklärt, dass Bürger mit einem geringen Einkommen mehr Geld ausgeben als Bürger mit einem hohen Vermögen. Zum weiteren Vergleich herangezogen werden die Rückstellungen von den großen US-Konzeren. Deren hohe Cash-Reserven tragen nicht zum Bruttoinlandsprodukt bei. Durch ein bedingungslosen Grundeinkommen könnte also erreicht werden, dass mehr Geld in Umlauf kommt und der Konsum gefördert wird.

Prominenz dafür – Kontroverse hält dagegen

Unterstützt wird das in den USA genannte universal basic income von prominenten Befürwortern. Und zwar nicht (nur) aus dem Showbusiness, sondern von Technologie-Genies wie Mark Zuckerberg und Elon Musk. Nicht ohne Grund: Je mehr Technik, wie künstliche Intelligenz, menschliches Handwerk (.z.B. Taxis durch selbstfahrende Autos) unnötig macht, umso mehr würde ein basic income vor Armut schützen. Manager und Innovator Richard Branson glaubt an eine gesteigerte Innovationslust und Selbstverwirklichung.

Was besonders Kritik hervorruft und die Linksorientierung des Instituts offenbart, ist die Finanzierung der zweiten Variante. Um ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.000 US-Dollar monatlich zu finanzieren, müssten Steuererhöhungen zwischen 21 Prozent und 35 Prozent für die zehn Prozent der Top-Verdiener in den USA nötig sein.

Das Roosevelt Institut wurde nach dem amerikanischen Präsident Franklin Roosevelt benannt. Dieser setzte sich in seiner Laufzeit sehr für soziale Programme ein. So wie Roosevelts Programme linksorientiert zuzuordnen sind, würden konservativ eingestellte Parteien eine Steuererhöhung für ein Grundeinkommen womöglich ablehnen, da höhe Schulden die Wirtschaft (in ihren Augen) abbremsen würden. Zudem lehnen konservative Parteien Steuererhöhungen grundsätzlich ab (limited government).

Bedingungsloses Grundeinkommen: Praxis zählt

Was die Studie, die auf einem konsumorientierten ökonomischen Modell basiert, nicht beleuchtet, ist die Frage nach dem Arbeitswillen. Wie in Deutschland wird diese Frage auch in den USA kontrovers geführt. Die Praxis soll aufklären: In Indien, Finnland, den Niederlanden, der Schweiz, Kanada und Alaska werden derzeit Pilotprojekte durchgeführt.

Zur kompletten Studie „Modeling the Macroeconomic Effects of a Universal Basic Income“ kommen Sie hier.

 

(Titelbild: unsplash)

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