Kleine Diamanten – Welchen Wert haben kleine Steine im Schmuck?

Lose Diamanten

Kleine Diamanten - welchen Wert haben sie?Kleine Diamanten – Welchen Wert haben kleine Steine im Schmuck?

Wir haben diese Frage über unser Kontaktformular erhalten:

„Ich habe eine Frage, wie es sich mit Ringen verhält, in die Diamanten eingearbeitet sind bzw. handelt es sich um einen sehr kleinen, den einer meiner Ringe aufweist.
Kann man diesen dennoch einschicken oder bekommt man den Diamanten nur ab einer bestimmten Größe vergütet ?
Wenn ich messe komme ich bei dem einen Ring auf genau 1mm und bei dem anderen auf minimal über 1 mm !
Frage für den Fall wäre dann noch bekommt man überhaupt irgendwo etwas für so kleine Diamanten oder macht es dann einfach mehr Sinn ihn komplett an Sie abzugeben ?
Danke für Ihre Auskunft und schöne Grüße…“

Unsere Anwort hierauf:

Sehr geehrte Frau …,

Ihre Steine haben einen kleineren Wert, als die erbrachte Arbeitsleistung des Goldschmiedes, der sie in den Ring einsetzte.

Beim Brillantschliff kann man vom Durchmesser auf das Gewicht schliessen, sodass Ihre Steine bei 0,01 – 0,02 ct. liegen sollten. Diese Steine werden als Milléware mit Preisen von unter 5,00 Euro pro Stück gehandelt. Vergleicht man Gold- und Diamantgewicht miteinander, haben geschliffene Diamanten je nach Größe einen Wert, der den des Goldes um ein vielfaches  übersteigen kann.

Die Preise für  Diamanten steigen exponentiell, je größer und makelloser der Stein ist. Große Steine haben schnell einen Wert, der weit über dem Wert des verwendeten Metalls liegt. Bei einer Materialverwertung wird nach dem vorhandenen Gewicht abgerechnet. Preise für kleine Diamanten liegen in einem kleinen Rahmen.

Selbstverständlich werden auch solche Steine, wenn gewünscht, bei uns in der Vergütung berücksichtigt, sofern sie einen erneuten Handelswert erwarten lassen. Der von Ihnen angefragte Handelswert erscheint allein aufgrund der benannten Steingrössen als gering.

Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Auskunft nicht zu sehr enttäuscht. Allerdings bieten wir für Steine ohne relevanten Handelswert immer an, sie unseren Kunden wieder zurückzuliefern. Sie lassen sich vielleicht bei einem anderen Schmuckstück nochmals verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Torbeck
Sachverständige für Edelmetall-Analytik – Diamant-Gutachterin

„Sehr geehrte Frau Torbeck

vielen Dank erstmal für Ihre wirklich sehr ausführliche Antwort.
Also verstehe ich das richtig,das sie eigentlich eher empfehlen würden,die Steine selbst zu behalten,um sie evtl.später nochmals zu nutzen?
Die Ankaufswerte der sehr kleinen Grösse sind ja gering,aber wenn ich sie behalte,haben  sie dann einen sehr viel größeren Wert?
( bzw wenn ich ein Schmuckstück planen würde und einen Stein in der Grösse einsetzen möchte,was zahlt man dann in etwa dafür ? )
Fällt für das raustrennen aus einem Schmuckstück noch eine Gebühr zusätzlich an ?
Vielen Dank für Ihre Mühe und schöne Grüße aus …,“

Sehr geehrte Frau …,

immer, wenn Sie Steine neu kaufen wollen, treffen Sie die vollen Handelsmargen zuzügl. MwSt.
Diamanten sind, anders als Feingold zur Geldanlage, ein Einzelhandelsgut, das mit den üblichen Aufschlägen von 150-300% oder sogar weit darüber gehandelt wird. Kommen sehr kleine Größen in den Verkauf, sind diese also überproportional teurer. Ein Stein von 0,05ct. kostet so ohne Weiteres einzeln verpackt, zertifiziert und versendet um die 80-100 Euro im Einzelhandel.

Das ist das gleiche Prinzip wie bei Mehl oder Zucker. Wenn Sie als Bäckerei 2 Tonnen Mehl bestellen, erwarten Sie einen anderen Preis als für 500g im Supermarkt. Deshalb ist es in jedem Fall günstiger, die Steine zu behalten, wenn Sie eine Idee haben, was damit noch gemacht werden soll. Gerade bei Diamant kann ein Reparatur-Stein in einem anderen Schmuckstück nötig sein oder zusätzlich damit verziert werden. Was Sie haben, müssen Sie nicht kaufen. Achten Sie nur darauf, einen Goldschmied zu beauftragen. Ein Juwelier kann so etwas nicht.

Wenn Sie keine Verwendung dafür haben, können Sie die Steine natürlich auch vergüten lassen. Alle Möglichkeiten sind Ihnen überlassen. Die Entfassungsgebühr beträgt für 200g Schmuck insgesamt 10,00 Euro. Das sind die Steine immer wert, falls Sie sie verwenden wollen. Wenn Sie schon wissen, dass Sie vermutlich keinen Goldschmied mit einem neuen Schmuckstück beauftragen werden, dann erhalten Sie den Ankaufswert der Diamanten zuzüglich des Goldwertes vergütet.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Torbeck
Sachverständige für Edelmetall-Analytik – Diamant-Gutachterin

Achtung Zahnarztpraxen – Betrügerische Aufkäufer unterwegs!

Betruegerunterwegs

Achtung Zahnarztpraxen – Betrügerische Aufkäufer unterwegs!

Gerade bekommen wir von einer Praxis die Mitteilung, dass sich ein angeblicher Mitarbeiter unserer Firma „Aurum Edelmetalle und Recycling GmbH“ telefonisch in der Praxis gemeldet hat. Er sei sowieso gerade in der Nähe und könne das vorhandene Zahngold mitnehmen, zur Aufarbeitung…

Die Zahnarztpraxis kennt unser Unternehmen gut und schaltete richtig.  Die Nachfrage bei uns bestätigte die Vermutung des Zahnarztes – ein Betrugsversuch!

Sehr geehrte Praxisteams!

Wir senden niemals unaufgefordert Mitarbeiter zu Ihnen, die ohne Ihren Auftrag Material bei Ihnen abholen sollen! Wenn sich bei Ihnen Mitarbeiter bekannter Unternehmen wie Aurum Edelmetalle u.R. GmbH oder der Norddeutschen Edelmetall Scheideanstalt GmbH vorstellen, dürfen Sie davon ausgehen, dass Betrüger mit einer Variante des „Enkeltricks” versuchen, Sie hinters Licht zu führen.

Keine Mitgabe wertvoller Edelmetallscheidgüter an reisende Aufkäufer!  Wenn diese vorgeben, im Auftrag der Fa. XY zu kommen, rufen Sie dort an und fragen nach.

Bitte geben Sie solchen Menschen kein Material in die Hand. Es wird ganz sicher nicht korrekt mit Ihnen abgerechnet, sondern verschwindet in zweifelhaften Kanälen. Auch wenn gleich pauschal Geld gezahlt wird ist Vorsicht geboten. Pauschalankäufe sind immer extrem zu Ihrem Nachteil kalkuliert.  Vielleicht prüft der Besucher auch nur, ob Zahngold oder ein Praxislabor vorhanden ist,  um zu einem späteren Zeitpunkt zum Einbruch oder Raub zurück zu kehren!

Wir  haben den betreffenden Fall der Kriminalpolizei gemeldet, da das hier angewendete Verfahren sicher dem Betrug zuzurechnen ist. Für welches  „Unternehmen“ der angebliche Mitarbeiter tätig ist, wird zur Zeit geklärt.

VARIANTE 2

Eine weitere Masche unseriöser Goldaufkäufer läuft folgendermassen: Die Chefs der Drücker beauftragen gleich ein Kurier-Unternehmen, das eine Abholung vornehmen soll, von der Sie nichts wissen. Die Praxismitarbeiterin wird quasi von den „scheinbar abgesprochenen Fakten“ und dem in Eile drückenden Versandboten überrascht und gedrängt, schnell das angeblich vom Chef zur Abholung beauftragte vorhandene Zahngold einzupacken und mitzugeben. Das funktioniert wohl häufig. Damit ist es dann um die wahren Werte des Materials geschehen. Gutgläubige Zahnarztassisteninnen fallen darauf herein, weil der oder die Kurier-Fahrer/in darauf bestehen, doch einen gültigen Auftrag zu haben.

Auch dies läuft wohl erfolgreich:  Der/die Kurierfahrer/in droht, dass man zur Abholung beauftragt sei und dafür ein Paket erhalten müsse. Nach Abweisung kommt der/die Bote/in sogar nochmals in die Praxis zurück, um der Praxis-Mitarbeiterin ein Handy zum Gespräch mit dem angeblichen Auftraggeber zu übergeben. Der angebliche Auftraggeber besteht dann telefonisch nachdrücklich auf Einhaltung der Abholbeauftragung, das Material müsse nun mitgegeben werden, sonst würden die Kosten in Rechnung gestellt….