Russlands Goldreserven haben abermals einen neuen Rekordwert erreicht. Nun wurde der offizielle chinesische Bestand überholt. Seit Jahren steigert Russland seinen Goldbestand an den eigenen Währungsreserven. Ein Grund: Diversifikation – und weg vom Dollar.

Monatlich veröffentlicht die russische Zentralbank die neuesten Zahlen zum Stand der aktuellen Währungsreserven. Nicht nur Fans des Edelmetalls dürfte es dabei interessieren, dass Russland nun vor China steht. Seit Jahren baut Russland seinen Goldbestand aus – zuletzt mit 224 im vergangenen Jahr. Insgesamt sind es also nun 1.856,87 Tonnen und somit knapp 15 Tonnen mehr als der offizielle Bestand der Chinesen. Dieser soll jedoch höher sein als von den Chinesen angegeben.

Russlands Goldreserven wachsen monatlich…

Dennoch: Gegenüber dem Dezember stiegen Russlands Goldreserven um 18,66 Tonnen. Somit ist klar, wohin die auch 2018 führen wird. Angeführt wird die Liste von den USA, Deutschland und Italien (hier geht es zur kompletten Liste „Goldreserven nach Ländern“). Bis man jedoch zu Frankreich (2.436 Tonnen) aufschließen kann, wird einige Zeit vergehen. Mit dem aktuellen Tempo wird dies aber wohl in weniger als fünf Jahren gelingen. Doch warum wächst der russische Goldbestand so drastisch? Die Antwort dürfte in den westlichen Sanktionen der vergangenen Jahre liegen. Ebenso an der ungewollten Abhängigkeit des Dollars. Russland ist der größte Goldeinkäufer der Welt. Das gelbe Edelmetall soll – laut Vermutungen – dazu dienen, sich eben von dieser Abhängigkeit lösen zu können.

…und helfen bei der Dedollarisierung

Nach dem Zerfall der Sowjetunion ist ein Großteil des Goldbestands verschwunden. Seit 1997 versucht die russische Regierung seinen Goldbestand wieder auszubauen. Zwischen 1997 und 2005 fehlte noch das nötige Geld. Erst mit dem Anstieg der Rohstoffpreise hatte man das nötige Kapital, um wieder in seine Goldreserven zu investieren. Während sich die russisch-amerikanische Beziehung nach und nach verschlechterte, hatte Russland durch die Aufstockung der eigenen Goldreserven den Vorteil, seine Gesamtreserven auf diesem Wege zu diversifizieren.

Zwar sagt die russische Zentralbank, dass die Goldreserven „aufgrund des Prinzips der Diversifikation“ erhöht werden, jedoch auch, dass „nur diese Reserveanlage einen vollständigen Schutz vor rechtlichen und politischen Risiken“ mit sich bringt. Und wartet somit nicht erst bis der Dollar völlig in der Krise steckt.

Lesen Sie hier den Artikel: Russlands Goldreserven dienen der Dedollarisierung

Titelbild: maxpixel

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